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Erbmasse

27 März 2009



[zum Vergrößern und für Credits hier klicken]

Meine Oma Vegesack hat mir dieses selbstgenähte Nachthemd hinterlassen, zu dessen Ehren ich gestern eine Albumseite gescrapt habe. Ich bin nämlich dabei, eine alte Holzkiste als "Erbmasse" herzurichten. All die übrig gebliebenen Sachen von unseren Verwandten, die momentan nicht irgendwo in der Wohnung herum stehen oder noch gebraucht werden, sollen darin ihren Platz finden.

Es ist nicht viel, was in unserer Familie von Verstorbenen übrig blieb. Entweder hinterließen sie gar nichts, oder, zumindest bei meinen Leuten war es so, die Sachen wurden nicht geschätzt und einfach weg geworfen oder "einfach an die Straße gestellt" für jeden, der es haben wollte.

Auf diese Weise bin ich zweier wunderhübscher Küchenbuffets verlustig gegangen und eines verspiegelten Jugendstil-Sofa-Umbaus, eines hübschen weißen Geschirrs mit Goldrand (meine Oma verwendete es in der Küche, weil "es ist doch schon so alt"), eines fantastischen Esstisches mit Intarsien (echt noch komplett in Ordnung!) in der Tischplatte (wurde für die Eisenbahn meines Bruders zweckentfremdet!!!), eines Haufens alter Bilderrahmen samt alter Fotos (zwei ovale habe ich damals in mein Kinderzimmer gerettet, die Fotos sind leider auch weg, weil ich damals natürlich "moderne" Bilder rein haben wollte), wunderschöner alter Teegläser ("Was willst du denn damit, Kind!"), mindestens dreier alter Bonbongläser aus dem Geschäft, als es umgebaut wurde (die Ladeneinrichtung wäre jetzt ein tolles Wohnzimmerregal!), diverser alter Fotoalben, einer Kommode (mein Vater benutzt sie als Werkbank, sie ist inzwischen ziemlich hinnig und kann nicht mehr hergerichtet werden), diverser Holz-Kästen und Kisten vom Dachboden (wurden damals samt Inhalt entsorgt), eines handgehäkelten Spitzen-Bettüberwurfes (meine Oma hat ihn, als mein Opa starb, einfach in der Mitte durchgeschnitten und mit der Maschine gesäumt, damit er auf ihr Nunmehr-Einzelbett passte), ganzer Berge von alten Spitzengardinen und von gestickten Kissenbezügen...

Und das sind nur die Dinge, von denen ich weiß! Einiges von den entschwundenen Dingen hat mir als Kind schon gefallen, und ich war wirklich traurig, als es auf den Müll kam. Aber als Kind hat man ja in solchen Dingen nicht allzuviel anzumerken. Für anderes hatten wir in unserer kleinen Wohnung einfach keinen Platz. Und einiges war mir früher ja auch nichts wert. Na ja, so ist es einfach. Wenn die Menschen alles aufheben würden, dann würde das Zeug ja auch nicht "antik", sondern wäre einfach nur Kram.

Ein schönes Wochenende wünscht

die morgen auch frei hat!

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Grüßle
Ursel


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