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Damals war's - die Rabenfrau im Farbenrausch

23 März 2011


Nora von Seelenfarben [LINK] hat Bilder von ihrem alten Wohnzimmer gepostet und schrieb darüber, wie sich der Geschmack doch im Laufe der Jahre geändert hat. Da kann ich auch ein Wörtchen mitreden! Habt ihr Lust auf eine kleine Zeitreise? Begeben wir uns ins Jahr 1972. Ich lade euch ein in mein niegelnagelneues Jugendzimmer, der erste Raum, den ich (in Absprache mit meinen Eltern natürlich und mit mehr oder weniger vorgegebenem Meublement) nach eigenen Vorstellungen ausstatten durfte!

Darf ich vorstellen: Meine Freunde Tuddi und Dieter, die sich schon zu einer Tasse Tee (irgendwie parfumiert selbstverständlich!) auf meinem Schlafsofa nieder gelassen haben. Die Kuchenteller waren übrigens quietschrot und gehörten meiner Mutter. Man beachte die Eierlikörflasche auf dem Regal! Mögt ihr Eierlikör? Ich nur noch auf einem Eisbecher!

Die Wände waren (ganz revolutionär damals) mit Rauhfaser tapeziert, und mein Cousin, der Maler ist, hatte sie nach meinem Wunsch orange gestrichen. Eigentlich hätte ich die Farbe gerne noch knalliger gehabt, aber er hatte mich davon überzeugt, dass der etwas pastelligere Farbton auf der großen Fläche knallig genug wirken würde (was stimmte). Nicht erinnern kann ich mich, ob die Wand hinter dem Sofa eventuell braun war. Auf dem Foto sieht es fast so aus. Eine andersfarbige Wand war ja damals hoch modern, mein Bruder hatte in seinem Zimmer eine knallrote!
Für den Japanballon (ich liebe die Dinger immer noch, in meine jetzige Wohnung passt aber leider nirgends einer hin) hatte ich hart kämpfen müssen, mein Vater fand so ein Papierdings nämlich nicht gut, besonders, weil ich in die Lampe eine 20W-Glühbirne geschraubt hatte (O-Ton Vati: Das sieht aus, als hätten wir die Stromrechnung nicht bezahlt!). Das Meublement bestand aus hellem Holz, die Liege, die nachts zum Bett umgebaut wurde, war irgendwie grünlich-schwarz bezogen, was mir überhaupt nicht in den Kram passte. Deswegen legte ich tagsüber mmer eine dunkelbraune Wolldecke drauf. Die Gardinen waren ziemlich wild gemustert: riesige Blumen à la Marimekko in Blau (immerhin!) und braun auf beigem Grund verliehen dem Ganzen einen leicht skandinavischen Touch.

Dazu gesellte sich ein Sessel aus braunem Leinenstoff, und aus dem Fundus meiner Oma besaß ich ein paar mit bunten Blumen bestickte, runde Sofakissen. Als Kleiderschrank benutzte ich zunächst ein altes Vertiko, ebenfalls aus dem Haushalt meiner Oma. Als sich zu meinem größten Bedauern später heraus stellte, dass ich doch einen "richtigen" Kleiderschrank benötigte, hat es meine Mutter für ihr Wohnzimmer annektiert. Dort steht es leider immer noch. Mist!

Neben dem Bettsofa stand als zusätzliche Sitzgelegenheit eine alte Kiste (Hoffmanns Spezialstärke, die habe ich immer noch, Sohn1 ist ganz neidisch!) aus dem Laden von meinem Opa. Das Poster an der Wand zeigt die Les Humphries Singers, für die ich damals schwärmte. Später hatte ich eins mit irgend einem Dschungel-Gemälde à la Rousseau, ein schwarzer Panther mitten über meinem Bett, Uaaaah!). Außerdem besaß ich einen Bravo-Schnitt von Pierre Brice als Winnetou in Lebensgröße (hach!), sowie ein paar alten Bilderrahmen, die sgerade wieder an meiner Wohnzimmerwand hängen [RABENLINK], allerdings sind die quietschbunten Bilder, die sie damals "zierten", inzwischen den Weg allen Irdischens gegangen.

An meinem "String"-Bücherregal (damals absolut "Design", man kann es immer noch kaufen sieh hier [LINK]) baumelte übrigens einer dieser skandinavischen Holzaffen, die anscheinend immer noch oder wieder modern sind, wie man hier sieht: [LINK]. Meiner ist aber glücklicherweise inzwischen verloren gegangen. Wie ihr merkt, hatte ich schon damals eine Vorliebe für olles Zeug, so hatte ich auch ein paar Gläser und Blumenvasen gerettet, als der Haushalt meiner Oma aufgelöst wurde.

Dazu passten die riesengroßen Krepppapier-Blumen in Knallfarben, die ich mal gebastelt hatte, wie die Faust aufs Auge, aber ich liebte sie heiß und innig!

Wenn ich so darüber nachdenke: Soooo schlimm war das eigentlich gar nicht...


Kommentare :

  1. Ich hatte damals auch eine schokoladenbraune Wand mit Kiefermöbel davor. Die anderen Wände war gemustert (orange, gelb, braun)und ein Bettsofa davor, bezogen in dunkelbraunem Breitcord.
    Grüßle Bellana

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  2. Lach - die Fotos sind ja klasse!!
    So ein Tablett hatten wir auch. Rotes Karo und mit weiß eingesäumt. Das hat lange existiert *gg*
    Eierlikör? Ja doch hin und wieder, als Torte oder über Desserts - aber nie pur ;-)
    An Orange und Riesenblumen auf Tapeten kann ich mich noch erinnern aus dem Haus damals. Muss mal gucken ob ich Dias finde dazu *gg*
    Ich finde solche Rückblicke spannend! Danke fürs Erzählen!
    LG Kerstin
    Wünsche Euch ein schönes Wochenende

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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