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Meine Kleidung und ich

30 Oktober 2012




...was ich anziehe! Oder? Sagen die Klamotten, die wir tragen, etwas über uns aus?  Ich hab hier [LINK] ein Statement von Sathia über eine Diskussion gelesen, die sich hier [LINK] entwickelt hat. Sie meint, dass der Inhalt zählt, also die Frau, nicht die Kleidung. 

Andererseits:

  • die praktische Jungmutter in knallengen Jeans, buntem Anorak und dickem Halstuch
  • die Muslima mit Kopftuch
  • die Soldatin in Uniform
  • die toughe Geschäftsfrau im Business-Kostüm und Perlenkettchen
  • die Oktoberfest-Bajuwarin mit Dirndl und Äpfelchenbusen
  • die "Landfrau" in Tweet mit handgenähten Lederschuhen
  • die Dame im Abendkleid mit Ausschnitt bis zum Bauchnabel und halsbrecherischen Manolos
  • die Alltagsfrau in Schlabberjeans und Grobstrickpulli
  • die Punkerin mit lila Haaren, kunstvoll zerrissenen Strümpfen und Piercing in der Unterlippe

irgendwie stellen sie sich doch alle mit Hilfe ihrer Kleidung doch selber dar und zeigen sich als einer bestimmten Gruppe zugehörig. Besonders deutlich wird das natürlich bei Uniformträgerinnen wie Soldatinnen, Serviererinnen oder auch Frauen, die bei der Arbeit einen Kittel tragen. Aber auch Frauen, die sich kleidungsmäßig nicht anpassen sondern einen sehr persönlichen Stil bevorzugen (siehe Lady Gaga) machen deutlich, dass sie zu einer Gruppe gehören, den Verweigerern nämlich.

Nun kann es sein, dass wir das in Wirklichkeit gar nicht sind, was wir da darstellen und die Kleidung wie eine Maske benutzen. Die Geschäftsfrau reißt sich vielleicht nach Feierabend das elegante Kostüm vom Leib und wirft sich vielleicht in einen Uralt-Schlabber-Trainingsanzug. Die "Alltagsfrau" schmeißt sich in Schale und stöckelt in Highheals ins Theater, und die Punkerin  gefällt sich zwischendurch vielleicht auch mal im Dirndl  und flicht sich die lila Haare zu Gretelzöpfen und geht zum Oktoberfest, wer weiß?

Die Konventionen und Sitten, die Eltern, der Beruf, die Religion nötigen uns vielleicht in ein bestimmtes Outfit, ohne dass wir das selber wollen, (Kann auch sein, wir glauben das auch nur, und in Wirklichkeit stimmt das gar nicht! Ups, das wird jetzt zu kompliziert für diesen Post!). Eventuell meinen wir, wir müssten etwas, was besonders sexy aussieht, tragen, weil "Mann" das schön findet. Oder wir müssen einfach das anziehen, was wir eben so kriegen können, weil wir kein Geld haben und womöglich auf das angewiesen sind, was die Altkleidersäcke her geben. Vielleicht sind wir auch einfach froh, dass wir im Laden überhaupt irgend etwas gefunden haben, was irgenwie über unsere Figur passt, auch wenn es nicht 100%ig unserem Geschmack entspricht. Eventuell ist uns das, was wir tragen, auch einfach ganz wurscht egal...

So sind wir vielleicht in Wirklichkeit ganz anders als wir es nach außen hin zeigen. Klamotten sind eine Maske, die wir tragen. Dahinter bleiben wir doch dieselbe. Letztlich zählt tatsächlich der Inhalt und nicht die Verpackung! Trotzdem müssen wir uns überlegen, was wir diesmal anziehen, und was und wen wir (gerade bei dieser Gelegenheit) damit darstellen wollen. So befinden sich in meinem Kleiderschrank ganz unterschiedliche Masken Klamotten, ich "verkleide" mich zwischendurch auch ganz gerne mal und gebe die elegante Dame...

Das meint

Kommentare :

  1. *g* gut gesagt.
    Kleider sind oft genug tatsächlich Maskerade - die auch noch so gut wirkt, daß sich die Trägerin selbst nicht wiederfindet und sich ohne diese Maske nackt fühlt. Und somit anfängt, sich über ihre Kleidung und ihr Aussehen übermäßig viel Gedanken zu machen.
    Ich finde die Diskussion darum müßig und sinnlos - denn es ist m.E. tatsächlich der Inhalt der Kleidung, die Persönlichkeit, das Charisma (und nur das!), was zählt. Jeder kennt doch den Ausspruch "oh, diese Frau da sieht so gut aus, sie könnte einen SACK tragen, ohne etwas von ihrer Schönheit zu verlieren". wzbw. :-))

    Liebe Grüße, Sathiya

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  2. Zunächst einmal finde ich es sehr schön, dass es so unterschiedliche Geschmäcker gibt und die Welt dadurch so bunt ist. Ich muss aber neidlos gestehen, dass es Frauen gibt, die haben die Gabe, sich aus meiner Sicht besonders geschmackvoll/ fantasievoll zu kleiden...und das hat nichts mit dem Geldbeutel zu tun und auch nichts mit dem vorherrschenden Trend! Ich glaube auch, dass wir Deutschen nicht gerade die Weltmeister in geschmacklich guter Kleidung sind und das wir Frauen uns manchmal mehr Gedanken machen sollten( mich einbezogen), wenn wir das Haus verlassen....es hat auch ein wenig mit der persönlichen Selbstachtung zu tun. Und natürlich setzen wir mit unserer Kleidung ein Signal...wer im Schlapperlock daherkommt, setzt eben das Signal, dass ihm Kleidung wurscht ist...was natürlich nicht schlimm ist... Es ist richtig, das Innere zählt...allerdings unterstreicht eine gute Verpackung die inneren Werte...es kann zumindest nützlich sein, auch auf die Verpackung zu achten...LG Lotta.

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  3. Wenn Kleidungen Masken wären müsste es ja auch irgendwas geben, was keine Maske ist, oder wie ist das zu verstehen? Wenn ich mich in Jeans und Pulli verkleidet fühle und damit unwohl, ist es dann nicht konsequent ich ziehe an was für mein Gefühl mir selbst entspricht? Auch wenn ich mich damit von der Masse abhebe.
    Und das mit dem Inhalt mag ja stimmen, aber wer sich in seiner Kleidung nicht wohl fühlt strahlt das auch aus.
    Solche Schönheiten die einen Sack tragen könnten gibt es, aber das sind für mich die Fälle wo es auf den Inhalt ankommt! Die Leute, die man für ihr Charisma und ihre Ausstrahlung bewundert vernachlässigen in den seltensten Fällen ihren Kleidungsstil, denn genau die wissen am Besten, dass man mit einem eigenen Stil die Persönlichkeit am schnellsten nach außen trägt.
    Insofern ist das für mich beileibe keine müßige Diskussion...;-)
    Viele Grüße, Katharina

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    1. Das hast du schön gesagt...genau meine Meinung! LG Lotta.

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  4. Ankleiden hat auch immer etwas mit *verkleiden* zu tun. Das merke ich besonders bei einem Vorstellungsgespräch.
    Allerding lassen modische Trends oftmals kaum einen Spielraum für den eigenen Stil. Sie uniformieren nur.

    Daher trage ich nur etwas, in dem ich mich wohl fühle. Nur dadurch bin ich *ich selbst*. Erstaunlicher Weise finde ich sehr viele dieser *ich selbst* Bekleidungsstücke auf Secound Hand Börsen und einige nähe ich manchmal für mich nach.

    Ich mag Leinen und Naturstoffe- den sogenannten Lagenlook, aber auch in Jeans fühle ich mich wohl. Sobald man sich in seiner Kleidung wohl fühlt, wird sich die sprichwörtliche Ausstrahlung wohl von ganz allein einstellen, denke ich....

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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