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Blog dein Buch: Zum Glück Pauline

25 September 2013

Verfasser: David Foenkinos
Titel: Zum Glück Pauline ISBN: 9783406654206
Handlung:

Von einem Tag auf den anderen bekommt der Held des Buches plötzlich Rückenschmerzen, und zwar sehr schlimme. Er macht sich Gedanken, sieht sich im Geist schon auf dem Sterbebett, und schleppt sich von Arzt zu Arzt, aber keiner kann ihm helfen.

Aber vielleicht hat die merkwürdige Magnetfeldtherapeutin doch Recht. Es sei nichts Körperliches, meint sie.

Nach und nach ergeen sich in seinem Leben immer mehr Baustellen. Seine Frau ist ihm merkwürdig fremd geworden, die erwachsenen Kinder kennt er auch nicht mehr sehr gut. Und in der Firma läuft es nicht so, wie es soll. Zudem ist da noch das schwierige Verhältnis zu seinen Eltern…

Rabenmeinung:
Ich war ganz fasziniert davon, wie Foenkinos das Leben seines Helden, in dem er sich scheinbar so gut eingerichtet hatte, immer mehr aus dem Takt geraten lässt.   In dem Architektur-Büro, in dem er arbeitet, wird er von einem Kollegen übel gemobbt. Zunächst schluckt er einfach alles. Er braucht sein Gehalt, denn irgendwie müssen ja die Raten für das Häuschen abbezahlt werden. So wird er aufgrund eines Fehlers, der ihm von dem Kollegen aufgedrückt wurde, auf ein unwichtiges Projekt abgeschoben, das, wie ihm jener dann auch noch hämisch grinsend mitteilt, überhaupt nicht durchgeführt werden soll. Ob er denn wirklich gedacht hätte, dass eine renommierte Firma wie die ihre sich mit so einer Kleinigkeit befassen würde? Da sieht unser Held plötzlich doch rot, und am Ende liegt sein Kollege am Boden er selbst muss zum Psychiater und hat obendrein seinen Job verloren. 

Der Erzähler merkt auch, dass seine Frau Élise ihn immer weniger zu brauchen scheint. Sogar als ihr Vater stirbt, kommt er sich merkwürdig überflüssig vor. Irgendwann teilt sie ihm dann mit, dass sie sich von ihm trennen möchte. Er zieht daraufhin erstmal zu seinem Freund Édouard, später in ein kleines Hotel. 

Seine beiden Kinder, inzwischen erwachsen, sind ihm merkwürdig fremd geworden. Sein Sohn studiert im Ausland, seine Tochter lebt mit einem Mann zusammen, der ihm suspekt ist. Dabei kennt er ihn gar nicht, und er hat die Tochter im neuen Domizil nicht ein einziges Mal besucht. 

Nach und nach verlässt der Erzähler die eingefahrenen Gleise. Irgendwie ändert sich sein ganzes Leben, er besucht seine Tochter und seinen Sohn, die finanzellen Sorgen lösen sich in Wohlgefallen auf, es ergibt sich ein neues berufliches Ziel.  

Irgendwann sind seine Rückenschmerzen dann verschwunden, und eine neue Liebe findet er zum Schluss auch. 

Unser Held hat nicht plötzlich eine Intuition, was er in seinem Leben ändern soll bzw. will. Eigentlich kann gar keine Rede davon sein, dass er aktiv sein Leben umkrempelt, wie es auf dem Cover angekündigt ist. Vieles ergibt sich einfach, und ansonsten wurschtelt er sich durch.  Offenbar reicht es, dass er quasi von der Couch gestoßen wird und die Watte durch die er das Leben erlebt hat, nun fort ist.  Er lässt sich jetzt auf das Leben ein und wird manchmal auch richtig aktiv. 

Mich hat allerdings ein wenig gestört, dass  der Protagonist keinen Namen hat. Man erfährt zwar, was er so denkt. Aber die Namenlosigkeit schafft doch eine gewisse Distanz, finde ich. Somit bleibt er einem doch irgendwie fremd. 

Trotzdem fand ich das Buch schön zu lesen. Es ist nicht aufregend, sondern plätschert irgendwie so dahin. Manchmal ist die Geschichte melancholisch, manchmal hoffnungsvoll, manchmal kommt etwas Ironie zum Vorschein, manchmal auch Schadenfreude, oft ist der Held sprachlos. Wie im richtigen Leben. Mir haben die Zwischenkapitel gefallen, in denen in zwei Halbsätzen immer die Gefühle und die Intensität der Rückenschmerzen des Helden aufgezeigt werden. Zum Beispiel:
6
Intensität der Schmerzen: 1
Gemütslage: Benebelt
(Zitat aus dem Buch, S. 262)
Eine Alltagsgeschichte für Leser, die Geschichten lieben, die wirklich passieren könnten.

 



Vielen Dank an Blog dein Buch und an den Verlag C.H.Beck, München




Kommentare :

  1. Hallo Ursel,
    das Buch hört sich ja recht interessant an und du hast mich Neugierig gemacht.
    Zum Wochenende geht es eh wieder ab in meinen Lieblingsbuchladen und dann muss
    ich dringend Ausschau nach diesem Buch halten.
    Hab lieben Dank fürs vorstellen.
    Eine schöne Woche wünsch ich dir,
    Moni

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  2. danke für den tipp. ich glaube, das buch könnte mir auch gefallen. klingt irgendwie sehr "menschlich".

    lieben gruß!
    nora

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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