page Rabenzeit - das Blog der Rabenfrau: La Dolce Vita - das süße Leben

La Dolce Vita - das süße Leben

28 September 2013

Alte Werbung für Zucker aus Brühl
 "An Zucker sparen, grundverkehrt! Der Körper braucht ihn, Zucker nährt!"



36 Kilo Zucker verspeisen wir Deutschen pro Kopf und Jahr! Ein deutsches Kind sogar mehr als es wiegt: nämlich fast 51 Kilo. Mehr noch futtern Östereicher (37 kg) und Schweizer (59 kg).

36 Kilo, wenn man das als Würfelzucker auf einander stapeln würde, ergäbe das einen Turm von 132 m Höhe. Eijeijei! Gerade bin ich übrigens dabei, meinen Anteil an dem Wert ordentlich zu erhöhen, mit salzigen Heringen, die pro 100 g, und das werde ich sicherlich heute abend noch vertilgen, ungefähr 59 g Zucker enthalten. Vielleicht sollte ich die Tüte doch wieder in die Küche bringen...

Über das Ungesunde am Zuckerkonsum wissen wir schließlich alle Bescheid. Wer will, kann beim NDR noch genauer nachlesen [LINK].

Bio-Fans glauben ja immer, brauner Rohrzucker sei viel gesünder als weißer "Industriezucker", allerdings ist er eigentlich  in Wirklichkeit bloß dasselbe in Braun, die vielgepriesenen Vitamine und Mineralien betragen bloß 5 %.

Ansonsten verarbeite ich zur Zeit ziemlich viel Gelierzucker. Dieser enthält, wie ich gerade gelernt habe, außer Zucker noch Pektin als Geliermittel, Zitronen- oder Weinsäure als Säuerungsmittel, und, man lese und staune: gehärtetes Palmöl!

 Anfangs wurde Zucker nur aus Zuckerrohr gewonnen. Die ältesten Funde von Zuckerrohrteilen sind 10 000 Jahre alt und stammen aus Milanesien. Man benutzte die Stangen damals wohl als Energiespender auf langen Seefahrten. Ob die Pflanze aber ursprünglich hier wuchs, oder vielleicht in China, kann man nicht mehr feststellen.

Sicher ist, dass um 100 n. Chr. schon Zucker daraus hergestellt wurde. Die Araber brachten den Pflanzenanbau bis ans Mittelmeer, damals wurde sogar in Spanien Zucker gepfanzt.

Das Wort "Zucker" zeigt noch die Herkunft, denn es ist verwandt mit dem Sanskritwort शर्करा (śarkarā) für "süß", und mit dem arabischen ‏سكر‎ (sukkar) gelangte es dann in den europäischen Sprachraum .

Mit den Kreuzrittern gelangte Zucker dann auch auf europäische Tische. Will sagen "Tafeln", denn er war lange Zeit ein Luxusartikel für reiche Leute.

Es stellte sich heraus, dass Zuckerrohr am besten in den Tropen und Subtropen gedeiht. In kühleren Regionen wächst er wesentlich langsamer, und bei Kälte gar nicht mehr.

 

Das hier ist Franz Carl Achard. Er hat die heimischen Runkelrüben so weit gezüchtet, dass sich die Zuckerproduktion daraus lohnte, und damit die Grundlagen für die industrielle Zuckerproduktion gelegt. Heutzutage ist der Zuckergehalt in den Rüben übrigens noch mal gut 5 Mal so hoch wie in seinen...

Er tat dieses übrigens, weil er gegen die Sklavenhaltung war, die eine wichtige Grundlage für die Zuckerproduktion darstellte. Doch erst Mitte des 19. Jhdts begann sich die industrielle Herstellung von Zucker aus Zuckerrüben bei uns durchzusetzen, die übrigens den technischen Fortschritt in Deutschland ungeheuer angekurbelt hat. Zucker wurde dann bald billiger und für jeden erschwinglich.

Heute wird etwa 70 % des Zuckers auf der Welt aus Zuckerrohr hergestellt. Auch nach dem Ende der Sklaverei um 1850 sind die Arbeitsbedingungen auf den Zuckerrohrfeldern meist sehr schlecht. Es gibt vielfach Kinderarbeit, die Arbeiter werden nur sehr gering für ihr Schuften entlohnt. Bei UNICEF kann man etwas darüber erfahren: [LINK], und auch der Spiegel brachte einen kritischen Artikel [LINK].

Tja, sollen wir nun das Zuckeressen einstellen und vielleicht nur noch Stevia zum Süßen verwenden? Ich habe Stevia noch nicht probiert. Ihr? Es soll ein Bisschen nach Lakritze schmecken, was an sich für mich nichts Schlechtes wäre, schließlich liebe ich Lakritz (Meine Tüte ist inzwischen gut zur Hälfte geleert. Ich bringe sie jetzt in die Küche!). Angeblich kann man auch Marmelade damit kochen und sogar Bier brauen! Vielleicht tue ich es mir wenigstens mal versuchsweise in den Tee...

Macht es euch schön!



 

Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen

Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Beliebte Posts