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Kiltfrage

25 März 2014

"The pretext" (Der Vorwand) - Bild ist in public domain
Karrikatur von 1815


Der Kilt ist nicht ganz so "historisch", wie man immer denkt. Seine Urform war das "Belted Plaid", eine Stoffbahn, die ungefähr 1,5 m breit und 4 bis 6 m lang war, irgendwie gefältet wie ein Sari um den Körper geschlungen und mit einem Gürtel befestigt wurde, so dass ein Ende wie ein Umhang über die Schulter fiel. Entstanden ist dieses Wickelteil aus einer Decke, die die Schotten früher über ihrer normalen Kleidung (lange Hosen und Tunika) trugen. Naturgemäß ist das Anlegen eines solchen Kleidungsstückes recht kompliziert, und es so zu tragen, dass es nicht verrutscht, ist sicher auch eine Kunst.

Den modernen Kilt hat angeblich erst im 18. Jhdt. ein Fabrikbesitzer erfunden, der Hochlandschotten in seinem Stahlwerk beschäftigte. Ihm erschienen die Plaids als zu gefährlich, und so ließ er die ersten Kilts als Rock schneidern, bei denen die Falten in das Kleidunsstück eingearbeitet wurden. Es existiert aber auch ein Bild von 17paarundneunzig von einem Clan-Chef in so einem Kilt, vielleicht ist die Story vom Fabrikbesitzer also bloß ausgedacht.

Das Tartanmuster, die Karos, sind heute jeweils einem Clan zu geordnet, das ist aber erst seit dem 18. Jhdt. der Fall. Vorher konnte man allenfalls erkennen, ob der Träger Geld hatte, (die Muster der Reichen waren bunter und komplizierter, während Arme einfachere Webmuster oder auch einfarbige Kleidung trugen) oder aus welcher Gegend er kam, weil die Weber aus einer bestimmten Gegend eben bestimmte Muster bevorzugten und sich die Leute lokal eindeckten. Inzwischen sehen es Clanangehörige zwar nicht mehr gerne, wenn Fremde in "ihren" Mustern herum laufen, aber im Prinzip muss Mann nicht nachweisen, dass er "berechtigt" ist, ein bestimmtes Muster zu tragen. Es gibt aber auch neutrale Karomuster.

Auch heute noch braucht man für einen Kilt etwa 7 bis 8 m Stoff, abhängig nicht zuletzt vom Umfang des Trägers, von der Stoffqualität, von der Art der Falten und davon, wie das Muster außen auf den Falten erscheinen soll. Kilts werden heutzutage nicht mehr nur aus hochwertigen, mehr oder weniger schweren Wollstoffen hergestellt, es gibt auch welche aus Baumwolle und Polyester und sogar aus Jeansstoff und Leder. Hochwertige Kilts erkennt man daran, dass sie an der unteren Kante nicht gesäumt sind, sondern eine Webekante haben.

Sobald frau nun eines Herrn im Schottenrock ansichtig wird, fragt sie sich unwillkürlich, was der Gute darunter trägt. Warm genug wäre es jedenfalls "unten ohne" (und die Schwere der Stoffe und ihr Volumen verhindern, dass der Kilt hochgeweht wird), und das war wohl auch die Tradition, die langen Hemden, die Mann trug, wurden einfach zwischen den Beinen verknotet. Angeblich sollen die Oberfeldwebel bei den schottischen Regimentern sogar einen Spiegel am Marschierstab befestigt haben, um das zu kontrollieren. Nach entsprechenden Umfragen sind allerdings wohl, schon aus hygienischen Gründen (die meisten Kilts bei offiziellen Anlässen sind anscheinend aus dem Kostümverleih), Boxershorts üblich.

Somit ist das Darunter heutzutage jedem selber überlassen. Vielleich sollte Frau bei entsprechenden Anlässen doch einen Regenschirm mit Spiegel...




  

PS: @NICOLE: Mir schmeckt "normaler" Hugo auch besser. Bloß von wegen Fastenzeit.

@FRAU HUMMEL(+): Eigentlich habe ich auch nicht viel dekoriert zu Ostern. Während ich 4 Adventskisten voller Zeugs besitzte, gibt es bloß eine Oterkiste. Und diesmal ist fast gar nichts raus. Vielleicht sollte ich mal ausmisten!

@Jacqui: Schön, dass dir meine Deko auch gefällt. Ich mag auch immer den Gegensatz von alt und neu.

@ANDREA: Nein, ich hab das Buch nicht gekauft, weil wir nicht so viel backen. Ich glaube, da reicht mir das Blog. Aber das Limo-Rezept hat der Backbube mir trotzdem gegeben.


1 Kommentar :

  1. Hihi - das Bild ist ja zu drollig - wie sie lunsen die Damen ;-)

    Sehr interessant Dein Beitrag - hab ich mir noch nie Gedanken gemacht, aber jetzt mit großem Interesse Deinen Beitrag gelesen. Das mit dem Tartanmuster allerdings wusste ich - na immerhin *gg*
    LG Kerstin

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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