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P(interessant)

11 März 2014

Dieses Bild von der Rabenfrau ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht kommerziell 4.0 International Lizenz.
CC BY-NC


In den letzten Tagen geht es wieder rund in den Blogs! Hoch schlagen die Wellen: Pinterest ist eine tolle Sache, sagen die einen. Pinterest ist übelste Copyright-Verletzung, sagen die anderen. Zunächst mal: Eigentlich ist das ja schon länger so. Die ersten Stellungnahmen erschienen schon darüber im Netz, kurz nachdem Pinterest auch für uns in Deutschland zugänglich war.

Ich bin keine Rechtsanwältin, ich schreibe hier nur meine Meinung, die ich mir nach der Lektüre verschiedener Artikel im Internet gebildet habe. Falls jemand kompetenter ist und ich ganz falsch liege, bin ich natürlich offen für Korrekturen!

Die meisten von uns sind ja zugange auf Pinterest und kennen sich damit aus, man kann dort Bilder zusammen mit Links speichern, was zum Beispiel für Tutorials und Kochrezepte recht praktisch ist, weil man sich unter einem Bild einfach mehr vorstellen kann, worum es geht, als unter einem einfachen Link in den Lesezeichen auf dem eigenen PC. Nett ist auch, dass man diese Dinge öffentlich posten kann, so dass auch noch andere auf Blogs und Kochrezepte und Einrichtungsvorschläge und Deko-Ideen und sonstiges aufmerksam werden.

Die Crux ist nun, dass Pinterest die Bilder kopiert und auf einem eigenen Server abspeichert. Daher ist man als Pinner gelackmeiert, wenn man für die Bilder nicht das Urheberrecht besitzt. Diese werden ja öffentlich zugänglich gemacht. Im Prinzip kann man dann eine Abmahnung erhalten. Manche Rechtsanwälte glauben, dass man als Pinner schon mal eine ordentliche Summe Geldes für eventuelle Abmahnungen zurück legen sollte. Wirklich vorgekommen ist das meines Wissens nach noch nicht.

Dem kann man entgehen


1. wenn man nur eigene Bilder bei Pinterest pinnt.

2. wenn man den Urheber eines Bildes fragt, ob man pinnen darf. Jedes Mal! Falls ein Blogger einen Pin-it-Button auf der Seite hat, wird im Allgemeinen davon ausgegangen, dass Pinnen erlaubt ist. Leider gibt es auch Blogs, die nicht nur eigene Bilder ins Netz stellen, sondern Fotos, die andere Leute gemacht haben. Man muss also erstmal den Künstler ausfindig machen, der  das Bild (oder den Text) ursprünglich fabriziert hat. Das ist natürlich oft recht kompliziert. Das Urheberrecht erlischt bei uns erst, wenn der Urheber 70 Jahre tot unter der Erde weilt. Das ist bei Fotos recht unwahrscheinlich. Schaut mal bei Wikipedia bei den Fotos. Meistens steht drunter, dass bloß in den USA das Copyright abgelaufen ist und das Bild "public domain". Dort erlischt es nämlich 21 Jahre nach der ersten Veröffentlichung eines Werkes. Eigentlich ganz praktisch, denn das lässt sich meist wesentlich einfacher feststellen. Das bedeutet natürlich, in Amiland darf man Sachen posten, die bei uns noch unter Copyright stehen und die wir hier nicht verwenden dürfen.

3. Manchmal werden Bilder unter einer "Creative Commons License" veröffentlicht (und entsprechend gekennzeichnet), dabei untersagt oder erlaubt der Urheber bestimmte Dinge, die man auf der CC-Homepage [LINK] nachlesen kann. Man kann dann genau feststellen, ob man Bilder überhaupt benutzen darf, sie eventuell verändern kann, ob man sie sogar kommerziell verwenden darf, ohne jedes Mal den Urheber zu kontaktieren. Eine gute Sache, finde ich, auch für die Verwendung bei Pinterest. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, meine Bilder von nun an entsprechend zu kennzeichnen.

3. Einen gewissen Schutz gibt es, wenn man die Fremdbilder nicht öffentlich zugänglich macht. Pinterest hat glücklicherweise inzwischen die "geheimen" Boards, die man so einstellen kann, dass nur man selber Zugang dazu hat. Von daher wäre man vermutlich sicher, wenn man nur geheim pinnt. Auf jeden Fall haben es Abmahn-Anwälte schwerer, solche Bilder ausfindig zu machen.

All diese Möglichkeiten machen Pinterest allerdings deutlich unattraktiver. Wenn jeder bloß seinen eigenen Kram oder im Geheimen pinnt, gibt es dort wesentlich weniger zu sehen, Fragt man jedes Mal nach, ob man pinnen darf, geht die ganze Spontanität flöten. Auch per E-Mail dauert es ja eine Weile, bis man eine Antwort erhält. Und immer anrufen? Ach Mensch, die armen Urheber...

Die Urheber haben's auch nicht leicht


Auf der anderen Seite steht der Urheber eines Bildes. Manchen, so wie mir, ist es egal, ob die Fotos, die man ins Internet stellt, weiter gereicht und/oder gepinnt werden, vielleicht fühlen sie sich sogar geehrt und freuen sich, wenn durch Pinterest neue Leser in ihre Blogs kommen.  Andere, zum Beispiel Mina [LINK expired], verbieten das Pinnen. Mina schrieb in ihrem Blog, dass sie sogar ihre Rechte an einem Bild verliert, wenn es von anderen Leuten bei Pinterest gepostet wird. Das kann ich mir allerdings, ehrlich gesagt, nicht vorstellen. Denn "andere Leute" haben ja gar nicht das Recht, die Urheberrechte von fremden Bildern abzutreten. Aber das ist ja auch völlig egal. Wenn sie nicht möchte, dass ihre Bilder bei Pinterest erscheinen, ist das ihr gutes Recht. Und es ist fies, dass sie so einen Aufwand treiben muss, um diese ausfindig zu machen und entfernen zu lassen. Wenn jemand nicht möchte, dass jemand anders seine Bilder oder Texte verwendet, und dieses deutlich macht, erfordert es schon die Netiquette, dass wir die Finger davon lassen. Punkt.

Was können Künstler überhaupt tun, die nicht möchten, dass ihre Bilder per Pinterest oder sonstwie im Netz verteilt und vielleicht sogar noch kommerziell genutzt werden?

Wasserzeichen und Logos auf Bildern helfen nur bedingt, denn wie Mina schrieb, werden die manchmal einfach entfernt (Dazu gehört schon richtig kriminelle Energie, finde ich!). Sie müssten dann wohl ziemlich kleinteilig und verzwickt sein, so dass man vom Bild kaum noch etwas erkennen kann. Vermutlich hilft es ein wenig, wenn man Abstriche bei der Qualität der Fotos macht, die man ins Web stellt. Das tue ich zum Beispiel. Pinnen kann man sie dann trotzdem, aber Ausdrucken sieht so doof aus, dass wenigstens eine kommerzielle Nutzung wohl nicht möglich ist.

 Es gibt auch Programme, die unsichtbare Kennzeichen anbringen können. Ich meine jetzt nicht in den Metadaten, die man ja recht einfach entfernen kann, sondern das ergibt dann unsichtbare Muster über das ganze Bild. Mit deren Hilfe kann der Eigentümer dann wenigstens verfolgen, wo die Bilder landen. Eventuell hilft ja auch die Drohung damit schon ein wenig. Das ist, glaube ich, eine ziemlich kostspielige Angelegenheit. Aber wenn man mit seinen Werken Geld verdient, lohnt es sich vielleicht trotzdem. Gar nichts bringt das natürlich bei Bildern, die in Papierform vorliegen und die gescannt werden können.

Mehr über dieses Thema findet man beispielsweise:


Auf dem Blog der Rechtsanwaltskanzlei Schwenke [LINK] 

Auf dem Blog von Rechtsanwalt Dr. Carsten  Ulbricht [LINK]

Bei Leander Wattig [LINK]

Bei Spiegel-online [LINK] [LINK]

Bei Wikipedia [LINK]


Alles in allem ist das Copyright also eine ziemlich komplizierte Angelegenheit. Wie gesagt, könnt ihr hier einfach meine (unmaßgebliche) Meinung lesen. Ich denke mal, das letzte Wort in Bezug darauf ist noch nicht gesprochen, und unsere Regierung muss sich bald mal Gedanken dazu machen. Sinnvoll wäre es auf jeden Fall, wenn man das irgendwie weltweit vereinheitlichen könnte.

Kommentare :

  1. Hallöchen du Liebe!
    Also bei Pinterest im Speziellen kenn ich mich nicht aus, aber ich denke mal, es ist ganz allgemein durch Blogs, Facebook & Co. jetzt schon mehr als problematisch geworden, ein Bild "unkopierbar" zu halten. Ich helfe mir durch starke Verkleinerung, Collagen und das Wasserzeichen - und hoffe doch sehr, dass das zu viele Barrieren sind, jedenfalls was eine kommerzielle Nutzung betrifft. Bilder in voller Größe sollte sowieso niemand ins Netz stellen. Ob jemand eins meiner Bilder ohne zu fragen auf FB oder in seinem / ihren Blog verwendet, kann ich wohl kaum kontrollieren - ich hoffe, dass in diesem Fall wenigstens ein Link zu mir dabeisteht, dann habe ich ja vielleicht sogar etwas davon...
    Ein schönes Wochenende wünsch' ich dir und deinen Lieben!
    Herzliche Rostrosengrüße, Traude
    ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥: ♥:

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  2. Mit einer einfachen Funktion kann man herausfinden, wo die eigenen Bilder überall zu finden sind. Dazu öffnet man nebeneinander einen Browser mit dem eigenen Blog und einen Browser mit der Google Startseite. Dort klickt man auf Bildersuche. Nun zieht man ein Blog-Bild mit gedrückter Maustaste hinüber zum Googlefenster und fügt es in die neu erscheinende Suchmaske ein. Schon erscheinen alle Orte, wo die eigenen Bilder überall verwendet werden.

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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