page Rabenzeit - das Blog der Rabenfrau: (Noch) eine Frage des Stils

(Noch) eine Frage des Stils

12 September 2014

Die Rabenfrau: (Noch eine Frage des Stils)
Bild von George Barbier (1822-1932)


*jammermodus an* Diesmal geht es um Klamotten. In der Brigitte lief gerade eine Diskussion darüber, dass viele Frauen sich in den Modeläden anscheinend nicht mehr wieder finden, die Sachen passen einfach nicht richtig. 

Ich habe mir sagen lassen müssen, dass dieses bloß daran liegt, dass man in meinem Alter mal den Laden wechseln müsse. Ab 40+ könne man nun mal nicht mehr in den selben Läden einkaufen wie als junges Mädchen, schließlich entspreche ich nicht mehr deren angestrebter Zieltgruppe.

Nun, diese Erkenntnis ist mir auch schon gekommen. Die meisten Sachen für Frauen sind für "jung, kleinbusig, langbeinig" geschneidert.  Ich habe keine androgyne Figur mehr, aber das haben viele junge Frauen auch nicht. Und nur, weil ich nicht mehr jung bin, bin ich doch kein Krösus und kann meine gesamte Garderobe in Edelläden einkaufen. Wobei: Der hiesige zielt offenbar auch mehr auf "jung, groß und androgyn" als auf rundlich von durchschnittlicher Größe.

Ich frage mich aber, ob dieses, wie es aussieht, allgemein gültige Konzept wirklich soooo erfolgreich ist. Oft wird ja von der Bekleidungsindustrie geklagt, dass viel zu wenig verkauft werde. Zara und Co bieten ab und zu auch Klamotten in größeren Größen an. Merkwürdigerweise, obwohl die Frauen, denen so etwas passt, ja angeblich so exotisch sind, sind diese leider  immer sofort ausverkauft, es scheint also doch einen Markt dafür zu geben. Auf der Straße sehe ich eigentlich auch sehr viele Frauen, junge und alte, mit meiner Figur und nur wenige mit Modelmaßen.

Natürlich gibt es ein paar Geschäfte, die Kleidung speziell für Mollige anbieten. Aber oft wirken die Stoffe dort wirklich billig (viele, viele Polyacryle haben dafür ihr Leben lassen müssen), und für meinen Geschmack gibt es auch zu viele Verzierungen und/oder Raffungen. Zudem sind die Schultern meistens zu breit und die Ärmel sowieso zu lang, als ob frau mit mehr Holz vor der Hütt'n automatisch zu einem Orang Utan mit Schwarzenegger-Schultern mutieren würde. Also auch nix für mich. *jammermodus aus*

Vielleicht sollte ich doch selber das Nähen anfangen? Doch allzu begabt bin ich diesbezüglich allerdings nicht, wie ihr aus meinem Beitrag von neulich [RabenLINK] wisst, und ich hätte dann gerne auch lieber die Sachen anprobiert, bevor ich mich verkünstele und das Zeug dann doch ungetragen im Altkleidersack landet. Beim letzten Teil, das ich fabrizierte, ging das ja, dank Frau K. aus B.!

Aber sonst bleibt mir halt nur

 


fühlt sich heute mal wieder als Tönnchen auf Rädern 

PS: @DANI: Deshalb habe ich ja einen dunklen Stoff gewählt

@MARGRET: Meine ist ein Beutestück von irgend einer wohltätigen Ausstellung.

@JULIKA: Wenn die Anfängerfehler bloß nicht manchmal so weltbewegend wären! Ich hab schon mal einen Ärmel falsch rum zugeschnitten... 

@VANY: Na, auf meinem Kopp

Kommentare :

  1. Das kenn ich... Ich war letztens ganz begeistert von AW*G. Da hat Sonja Blank super Schnitte bei den Hosen für meine Figur, freu und die Größe die draufsteht stimmt auch ;) Wenn ich bei Esprit nach eine T-Shirt gucke und es steht XXL drauf und es spannt überm Busen und woanders reicht ein L. ja, was soll ich da noch sagen...
    LG Dani

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  2. Liebe Ursel,
    schon länger lese ich Deinen Blog. Der heutige Beitrag hat mich dermaßen beim Schopf gepackt, dass ich hier was zu schreiben muss. Du hast ja so recht. Ich bin immer schon kräftig gewesen, aber ich kaufe nicht bei U. Po*ken, HappxS*ze, und auch nicht Charles und Antony in der Dicken-Abteilung. Die Sachen sind mir auch immer zu rüschig, zu billig gemacht und vor allen: zu weit ausgeschnitten, Riesige Dekollltees... fürchterlich, da traut man sich gar nicht mit auf die Straße, einmal bücken, und schon "fällt alles raus"... nee, ist nicht alltagstauglich. Und die Qualität lässt auch zu wünschen übrig... Ich denke aber, das es gut ist, wenn man wählen kann. Es gibt auch im Normalgrößenbereich Mode für graue Mäuse( ich nicht), für Frauen, die ehr fraulich, weiblich sind, hübsche kleidsame Mode für normales Geld.Espr*t ist mir da allerdings zu teuer und vieles ist mir natürlich auch zu eng. Wenn man etwas zwischen figurbetont und wlle-Walle-Mode haben will, muss man halt suchen. Ich finde es aber sehr schön, das doch gerade für jeden was dabei ist und dass man auch wie ich mit 54 Jahren modisch gekleidet sein kann. Vielleicht individueller, man kann mixen und wilder kombinieren als früher, wo nur Jeans bestimmter Marken mit klassischen T-Shirts "in" war. Mir gefällt das, dass ich heute einen lila BH unter einem weißen T-Shirt anziehen kann, ob ich das praktiziere, ist ja was anderes.
    Zum Nähen wünsche ich Dir Glück und Spaß! Ich kann das leider nicht (mehr), zu wenig Übung.
    Liebe Wochendgrüße
    Marita

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  3. Also, ich bin so mittel alt / jung, schlank, aber eben nach drei Geburten... und eher klein. Mir passt leider auch nur das wenigste... im angesagten "Oversize-Look" sehe ich aus wie ein Gartenzwerg in Stoff eingeschlagen und Hosen sind mir meist Kilometer zu lang. Da hilft nur die Schneiderin oder langes Suchen... Scheint aber auch wirklich schwierig zu sein für "normale" Menschen Sachen zu entwerfen. Du bist da nicht alleine!
    Liebe Grüße, Sonja

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  4. Liebe Ursel,
    also mich würde schon sehr interessieren, VON WEM du dir hast "sagen lassen müssen, dass dieses bloß daran liegt, dass man in meinem Alter mal den Laden wechseln müsse" und dass man "ab 40+ nun mal nicht mehr in den selben Läden einkaufen könne wie als junges Mädchen"... War das jemand, der oder die in solch einem Laden verkaufte? Dann würde ich mich mal bei der Geschäftsleitung beschweren. Ich kenne reichlich Frauen in meinem Alter oder etwas drüber/drunter (also 40, 50, 60 +), die entweder NIE die "po-und-brustlose" Figur hatten (und jetzt eben auch nicht) oder die auch HEUTE noch rank und schlank sind und - wenn sie wollten - durchaus bis zum Ende ihrer Tage in Teenieläden einkaufen könnten.
    Auf jeden Fall müsste viel mehr auf Individualität geachtet werden - es gab immer schon (und wird immer geben) Frauen mit mehr oder weniger Oberweite oder Bauch oder Po, mit längeren oder kürzeren Beinen, mit oder ohne Taille, und ich finde es verwunderlich und kurzsichtig, dass die Hersteller dennoch hauptsächlich vom "Modell Kleiderstange" auszugehen scheinen. Letztens hab ich eine herbstliche Jacke in Größe 42 anprobiert, die war geschnitten wie für Lara Croft: am Bauch total eng, um Busen und Schultern extrem breit und von den Ärmeln und der Gesamtlänge her offensichtlich für eine Frau von etwa 180 gedacht. (Unter 180 darf man vermutlich nicht 42 tragen...) Ich bin neugierig, ob sich diese (prinzipiell schöne) Jacke an IRGENDJEMANDEN vekaufen wird... - Lara Crofts laufen ja nicht sooo viele herum in unseren Breiten. Obwohl ich ab und zu solche Erfahrungen mache, bin ich dennoch dazu übergegangen, VOR ALLEM via Internet einzukaufen, denn hier ist die Auswahl einfach größer - auch an Größen jenseits von 40 / 42. Und ich muss mich nicht in enge Umkleidekabinen zwängen und mich dort bei Neonlicht vor einem unmöglichen Spiegel und ohne meine höchstpersönlichen Kombinationsklamotten betrachten... Aber SELBER NÄHEN ist natürlich die ideale Lösung. Ich würd mal sagen, wenn du es wirklcih willst und Zeit zum Üben hast, dann wird das sicherlich bald dein Lieblingshobby sein!
    Ein schönes Wochenende wünsche ich dir und den deinen!
    Herzlichst (aus dem mal wieder verregneten Niederösterreich ;o)),
    Traude
    Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ♬ ☂ ✿ ☼ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ♬ ☂ ✿ ☼ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ♬ ☂ ✿ ☼ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ ♬ ☂ ✿ ☼ Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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