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Von Narren und Martinsgänsen

11 November 2014

Na, habt ihr die Martinslaternen fertig? Oder wart ihr gar mit den Lütten schon auf einem Laternenumzug? Hach, das waren noch Zeiten, als zur Freude und zum Entsetzen unserer Jungs dabei noch die eine oder andere Laterne dabei in Flammen aufging! Heutzutage sind die Dinger ja meistens elektrifiziert, und kluge Mütter kaufen die Laternenstöcke schon lange im Voraus, weil sie erfahrungsgemäß oft kurz vor knapp schon ausverkauft sind. Aber:


Die Rabenfrau: Von Narren und Martinsgänsen
Bild von Georges Barbier (1882-1932)

Der Martinstag ist auch Faschingsbeginn. Warum eigentlich? Zumal ja in der Zeit vom 12. November bis Weihnachten auch in den Hochburgen des Karnevals eigentlich so gut wie nix passiert. 

Ursprünglich galt ja wohl der Dreikönigstag als Anfang, erst seit dem 19. Jhdt. gibt es den 11. 11. 11:11 Uhr als offiziellen Starttag. Gefestet wurde um diese Zeit aber schon länger. Das liegt vermutlich daran, dass früher in der Adventszeit vor Weihnachten gefastet werden musste. 40 Tage lang war diese Zeit, und sie begann am Martinstag. Die 40 spielte schon in alten Zeiten eine wichtige Rolle im Christentum, denn:
  • Jesus fastete 40 Tage in der Wüste
  • 40 Tage soll die Sintflut gedauert haben
  • 40 Tage verbrachte Moses auf dem Berg Sinai, bevor er mit den Gesetzestafeln wieder herunter stieg
  • 40 Tage war die Frist, die laut Jona die Stadt Ninive hatte, um durch untadeliges Verhalten ihrer Vernichtung durch Gott zu entgehen.
 Im Mittelalter waren die Fastenregeln viel strenger als heutzutage. In der Regel durfte man nur ein Mal am Tag esses, meist abends. Alkohol, Milchprodukte, Fleisch und Eier waren verboten. Natürlich musste man vorher noch schnell alle Lebensmittel "vernichten" die in der Fastenzeit nicht verzehrt werden durften.

Zudem endete am Martinstag auch das Bauernjahr, die Pacht wurde fällig, und die Knechte und Mägde wechselten ihre Arbeitsplätze.

Vielerorts wurde am letzten Tag vor der Fastenzeit noch schnell ein Fest gefeiert. So entstand vermutlich die Martinsgans und eben auch der Karnevalsbeginn, der aber eigentlich kein richtiger Beginn ist, sondern eher ein zusätzlicher Mini-Karneval, der heutzutage viel mehr gefeiert wird als früher, unter anderem wohl, weil Künstler, die dabei auftreten sollen, um diese Zeit meist billiger sind als zur "Hauptsaison".

Wir werden übrigens mit Freunden auch eine Martinsgans vertilgen. Aber erst am Sonntag. Ich freue mich schon!



Na denn: Narri-Narro! Oder wahlweise auch Helau! Von mir aus auch Alaaf! Auf jeden Fall: Guten Appetit!


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Grüßle
Ursel


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