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Mein Tee: Darjeeling

13 Februar 2015

Auf die Frage "Kaffee oder Tee" würde ich wohl meistens mit "Tee" antworten. Trinkt ihr auch so gerne Tee wie ich? Meine Vorliebe gilt dabei dem Darjeeling, den wir immer in Massen über die Teekampagne [LINK] beziehen. Mit "G'müsler", wie meine Jungs früher Kräutertee getauft haben, kann ich eher weniger anfangen, obwohl ich immer mal wieder Versuche gestartet habe (demnächst kommt ein Blutorangentee aus dem Teeladen unseres Vertrauens dran), konnte mich bisher noch keiner wirklich überzeugen.

Teesorten

Auf der ganzen Erde gibt es 3 Sorten von Teepflanzen. Ursprünglich heimisch ist die Teepflanze wohl in Kambodja, Assam oder im Südwesten von China.
  • Die Camellia sinensis wurde schon vor 3000 Jahren wildwachsend entdeckt. Der chinesische Teestrauch wird 3 bis 4 m hoch und kann über 100 Jahre alt werden. Er verträgt Kälte relativ gut. 
  • Vermutlich stammt die zweite Teepflanzensorte, der assamische Teestrauch Camellia assamica, davon ab, ist aber inzwischen zu einer eigenen Sorte geworden. Entdeckt hat ihn im 19. Jhdt ein Schotte. Dieser Teestrauch wird wildwachsend bis zu 20 m hoch und bringt mehr Ertrag als der chinesische. Er wird aber "nur" 50 Jahre alt.
  • Aus diesen beiden Sorten hat man die dritteTeepflanze, die Hybrid-Teepflanze gekreuzt. Sie ist sehr widerstandsfähig istDeswegen wird die Hybrid-Teepflanze heute in den Plantagen fast ausschließlich angebaut.
Unterschiede im Geschmack ergeben sich nur aus den verschiedenen Anbaugebieten mit verschiedenen klimatischen Bedingungen.

Darjeeling

Ein Engländer ist schuld, dass sich Darjeeling zum Teeanbaugebiet entwickelt hat. Arthur Campbell (1805–1874) unternahm weite Forschungsreisen als Botaniker und brachte aus China Teesamen mit, mit deren Anbau er dann in seiner Residenz Beechwood in Darjeeling herum experimentierte. Schon ein paar Jahre später reisten auf Anweisung der englischen Regierung viele Tee-Experten an und waren bald von der Qualität des Tees überzeugt. Daher unterstützten die englischen Besatzer den Teeanbau, und schon bald gab es die ersten Teeplantagen, Teegärten genannt. Zu deren Bewirtschaftung wurden Arbeitskräfte aus Nepal ins Land geholt, denn Darjeeling war damals nur recht dünn besiedelt.

Heute sind die Anbaugebiete dort in Darjeeling ungefähr 18.000 Hektar groß, und die Teeindustrie beschäftigt ungefähr 70 000 Arbeiter, 1/4 davon sind Saisonarbeiter, die nur in der Erntezeit von März bis November dort arbeiten.

Man nennt den Darjeeling auch den "Champagner des Tees", durch die Höhenlage und die steilen Hänge entsteht ein spezielles Klima, so dass die Teeblätter ein  ganz besonderes Aroma entwickeln können. Darjeeling war immer ein sehr teurer Tee, und daher gibt es auch schon immer viele Fälschungen. Jedes Jahr werden etwa 40 000 t Darjeeling verkauft, produziert werden aber bloß ungefähr 10 000 t davon. Deswegen versucht man die Fälschung wenigstens zu erschweren mit einem Siegel des „Tea Board of India“ mit einer Lizenznummer, das nur Tees erhalten, die zu 100% aus Darjeeling bestehen. Seit 2011 darf in der EG nur 100%iger Darjeeling als solcher verkauft werden.

Merkmale des Darjeeling-Tees

  • First Flush: Die Erntezeit liegt zwischen Ende Februar und Ende April. Der Tee hat ein besonders feines, blumiges Aroma. 
  • In-between: erntet man von Mitte April bis Mitte Mai. Im Geschmack liegt er zwischen First Flush und Second Flush, er ist nicht so qualitätvoll.
  • Second Flush: Diesen Tee erntet man von Anfang Juni bis Anfang Juli. Er ist kräftiger als der First Flush.
  • Autumnal: Erntezeit von Oktober bis Mitte Dezember, nach dem Monsun. Er hat ein recht "buntes" Teekorn mit grünen, braunen und schwarzen Blättern und enthält wenig Gerbsäure.
  • Gartentee: stammt immer  zu 100% von einer einzigen Plantage. Ob man den Unterschied tatsächlich heraus schmeckt, darüber streiten sich die Gelehrten. Jedenfalls sind diese Tees die teuersten aller Darjeelings.
  • Selectet: wird aus verschiedenen Ernten ausgewählt. Im Aroma ähnelt er dem First Flush, hat aber eine dunklere Tasse und ist, da man nicht an bestimmte Zeiten gebunden ist, preiswerter.

Blattgrade:

Darjeeling kann man in verschiedenen Blattgraden kaufen. Die Vermessung erfolgt mit Sieben, und es wird dabei auch festgestellt, ob die Teeblätter noch ganz oder "broken" sind. Über den Geschmack sagt das anscheinend aber recht wenig aus. Der ist nämlich eher abhängig vom Anbaugebiet, dessen Klima und vom Erntezeitpunkt.
  • Special Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe 1.
    qualitativ wertvollster Tee, mit 1/4 Blattspitzen, von den besten Plantagen, oftmals Handarbeit
  • Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe1.
    ebenfalls hoher Anteil an Blattspitzen, aber nur mit den besten Blättern
  • Tippy Golden Flowery Orange Pekoe
    Tee mit dem höchsten Anteil an Blattspitzen (tippy)
  • Flowery Orange Pekoe
    qualitativ hochwertiger Tee mit langen Blättern und wenig Spitzen
  • Orange Pekoe
    kann lange Blätter ohne Spitzen enthalten
  • und Pekoe
    wird aus längeren Blättern hergestellt.

Zubereitung:

Für den feinen Darjeeling-Tee sollte man nur weiches Wasser verwenden. Da in unserer Gegend recht hartes Wasser aus dem Hahn kommt, benutzen wir für Tee einen Wasserfilter auf der Basis von Ionentauschern. Das Teewasser wird ja aufgekocht, deswegen kann man, glaube ich, die Anfälligkeit dieser Filter für die Besiedlung mit Keimen vernachlässigen.

Für Darjeeling lässt man das Wasser nach dem Aufkochen ungefähr 1 Minute abkühlen, so dass es dann eine Temperatur von 90 bis 95°C hat.

First Flush: 4 bis 5 TL Tee pro Liter, 3 Minuten ziehen lassen
Second Flush: Dosierung genau so, kann auch 4 Minuten ziehen.


Uff, jetzt brauche ich erstmal einen Tee!

Kommentare :

  1. Soviel Wissen am frühen morgen.Aber sehr interessant.Trinke im Moment Zistrosentee und werde beim nächsten "Aufguss" an die Ursel denken.
    Schönes Wochenende.Gruß Margret

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  2. Liebe Ursel!
    Ich bin ja eine absolute Kaffeetrinkerin, aber gelernt habe ich jetzt trotzdem etwas! Vielen Dank für die schönen Infos!

    Ganz liebe Grüße,
    Renaade

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  3. Liebe Ursel!
    vielen Dank für deine kleine Teekunde. Ich selber trinke sehr gerne Tee. Bei schwarzem Tee am liebsten Earl Grey und dann noch Pfefferminztee (aus dem eigenen Garten) und sehr gerne auch Früchtetee. Ich liebe aber inzwischen (seit 9 Jahren) auch Kaffee. Seit ich eben Kinder habe. Du hast einen tollen Blog und ich hab dich jetzt endlich zu meinen Lieblingsblogs hinzugefügt :o)
    Ganz liebe Grüße, Mrs Patch von www.happyquiltsbymrspatch.blogspot.de

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  4. Also ich mg ja Gemüslinge super gerne!Kräutertee ist immer gut. Schwarzer Tee, Grüner Tee.. .naja.. ne.. ehr nicht so mein Ding. Benutz ich im Grunde nur um Stoffe zu färben :D
    Danke für de vielen Infos.. bin jetzt ein bisschen schlauer :)

    Ganz viele liebe Grße

    Franzy

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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