page Rabenzeit - das Blog der Rabenfrau: Antik oder kann das weg?

Antik oder kann das weg?

18 März 2015

Das hier ist mein Jugendzimmer gewesen. Ich stellte es euch schon mal vor, hier: [RabenLINK]. Ich habe das Bild wieder ausgegraben, weil Renate von titatoni [LINK] gerade einen Post über eine Wohnung online gestellt hat, die im Stil der 50er und 60er Jahre eingerichtet und auch stilrein mit Klimbim (schaut euch bloß das Geschirr an! Oder die emaillierten Kochtöpfe!) aus dieser Zeit ausgestattet ist. Nie hätte ich gedacht, dass solche Dinge wieder in Mode kommen könnten, ich fand das ganze Zeug irgendwann sogar ganz fürchterlich! 

Inzwischen hat sich mein Geschmack wieder geändert. Besonders für die String-Regale kann ich mich wieder begeistern und ärgere mich, dass das, was da oben über meinem Bett hängt und meine damals noch nicht so umfangreiche Bibliothek beinhaltet, längst den Weg allen Irdischens gegangen ist. Es hat noch eine Weile im Werkkeller gedient und war danach so abgewirtschaftet, dass man es nur noch dem Sperrmüll überantworten konnte.

Die Lampe (derzeit mit 20W-Glühbirne "für gemütlich" ausgestattet, Dimmer waren ja noch nicht so verbreitet damals), ist auch längst über den Jordan gegangen. Die würde ich heute auch wohl wieder aufhängen. Der hölzerne Bojesen-Affe, der da am Regal baumelt, wäre heute ein Designerstück. Leider ist der Ärmste irgendwann auseinander gefallen und endete ganz prosaisch in der Mülltonne!

Den kleinen Tisch könnte ich heute gut gebrauchen. Und den Sessel würde ich jetzt auch gerne wieder aufstellen, wenn es ihn denn noch gäben täte.

Ja, so ändern sich die Werte! Was man gestern altmodisch und echt bescheuert fand und mit Freuden entsorgt hat, wird heute in anderer Leute ihren Wohnzimmern bewundert und vielleicht sogar teuer auf dem Flohmarkt oder als Nachbau wieder erstanden. Wie es aussieht, sollte man auch bei Designersünden wie Nierentisch und Prilblumen nie "nie mehr wieder" sagen.

Eigentlich bräuchte man eine riesige Scheune, um alles einzulagern, was man gerade nicht benötigt. Vielleicht wird es ja doch wieder modern, wie beispielsweise gerade jetzt in der Mode die Schlaghosen. Wer hätte gedacht, dass nochmal jemand solche Teile anziehen würde (ich besitze immerhin auch eine Jeans in "Boot-Cut", wenn auch keine echte Schlaghose)? Oder diese unsäglichen Leggings, oder auch Röcke und Kleider über Hosen, wie ich es als kleines Mädchen an hatte und jetzt manchmal auch wieder trage... Hachtz!

O, ich würde mich nie im Leben stilrein in retro oder antik (vor ein paar Jahren stellte ich auf einem Flohmarkt entsetzt fest, dass "Beatles"-Schallplatten als "antik" gehandelt werden! Gehöre wohl doch schon zum alten Eisen) einrichten. Aber so das eine oder andere Stück integriere ich ganz gern. 

Gerade habe ich eine Kaiser-Idell-Lampe aus dem Werkkeller des Mannes an meiner Seite gerettet.  Eigendlich fand er sie zwingend notwendig für die Beleuchtung seiner Bohrmaschinenecke, aber als ich ihm zeigte, dass sie für teures Geld im Manufaktum-Katalog auftaucht, hat er versprochen, sie mir aufzuarbeiten (die Jahre im Keller haben ihr nicht unbedingt gut getan). Ich hoffe, ich bekomme sie zum Geburtstag. Drückt mir mal die Daumen!

"Warte nur ab, das kommt alles wieder!" Also sprach meine Oma damals, als ich mein "Granny"-Schultertuch ausrangierte. Tja, sie hatte wohl doch Recht...

 Macht's gut!



PS: @ANTJE : Die "PSs" befassen sich immer mit den Kommentaren unter den früheren Postings. Ich finde es nicht so gut, wenn man sie direkt unter den Kommentaren selber beantwortet, denn wer liest schon die alten Kommentare nach? Manche schreiben ja die Antworten als E-Mails, aber das ist mir dann doch zu viel Arbeit. Und vielleicht interessiert ja die eine oder andere Antwort auch andere Leute? Vielleicht müsste ich das irgendwie noch deutlicher machen. Mal sehen...

@CLAUDIA : Für das Wochenende ist ja leider wieder Winterwetter angekündigt. Aber aufhalten lässt sich der Frühling jetzt bestimmt nicht mehr!

Kommentare :

  1. Hallo, liebe Ursel,
    jetzt hast du mich neugierig gemacht und ich würde mir zuuu gerne Renates Wohnung ansehen. Allerdings finde ich keinen Hinweis oder Link auf ihren Blog. Kannst du mir weiterhelfen?
    Dein Post lies mich soeben schmunzeln. Ja, da machen sich die Designer dieser Welt Tag für Tag Gedanken, wie sie uns Konsumenten immer wieder das Geld aus der Tasche mit den allerschönsten und -neuesten Dingen locken könnten und dann kommt man doch wieder auf Altbewährtes zurück ;o)) Man kann das Rad eben nicht immer wieder neu erfinden. Wozu auch? Die alten Schätze sehen in einem anderen Umfeld oft toll und chic und gar nicht altbacken aus. Und wenn man den Style dann noch "Retro", "Vintage" oder "Shabby" nennt, ist man wieder total "in". Am besten macht man's einfach so, wie es (zu) einem selbst passt.
    Liebe und sonnige Grüße aus Hanau
    Petra

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  2. Danke für Deine Erklärung, liebe Ursel. Jetzt hab ich es verstanden. Ich dachte, es wären Kommentare von den "Namen". Aber an deiner Antwort ist mir aufgegangen, daß mit '@Name' die Adressatin gemeint ist. Oh je ... schon wieder zu kompliziert - aber ich habs jetzt kapiert ;-))
    Das mit den alten Einrichtungssgegenständen geht mir übrigens genauso, auch mit dem ein oder anderen Klamöttchen von früher. Wobei - hüstel - es mir ja gar nix mehr nutzen würde, denn ich bin den Sachen zwischenzeitlich ein wenig entwachsen ...
    Liebe Grüße
    Antje

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  3. Ich weiß noch wie grauenhaft ich es fand, wenn meine Mutter ausrief: Oh wie süß, sowas hatte ich früher auch an......

    Meine Nichte - süsse 15 - fährt voll auf den 50er und 60er Jahre Stil ab.
    Da find ich das auch wieder niedlich.

    Stimmt schon. Alles kommt wieder.
    Aber wie du schon schreibst, es ist einfach alt und schäbig geworden, kaputt gegangen oder sonstwie nicht mehr ansehnlich gewesen.
    Man müßte dann ja alles fachgerecht einlagern lassen für den Fall, dass die vermeintliche Möbelsünde wieder hip wird.

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  4. Liebe Ursel,
    ich mochte schon als Kind weder Nierentische nich String-Regale und bin überaus erstaunt, solche Dinge als hippe Teile auf Design-Blogs zu finden. Sollte ich eines Tages im Haus meiner Mutter so etwas vorfinden, werde ich es ungerührt entsorgen. Oder vielleicht zu Geld machen, da das inzwischen möglich zu sein scheint.

    Bei den Kleidern ist es so, dass meine Mutter fast alles aus der Jugendzeit ihrer Kinder säuberlich auf dem Speicher eingelagert hat. Meine Schwester ist seit Monaten dabei, mit ihr immer mal wieder einen Karton zu leeren. Fast alles wandert in den blauen Sack, weil die Materialien einfach nicht mehr zeitgemäß sind. Und das, obwohl Enkelkinder in dem Alter da sind, die es tragen könnten. Da hat es bei meiner Mutter schon viele Tränen gegeben.

    Das Fazit für mich ist, dass sich der Aufwand des Einlagerns nicht lohnt. Von manchen Dingen möchte ich mich trotzdem nicht trennen, wie viele Babysachen und Spielzeug meines Sohnes, aber ich versuche, das im Rahmen zu halten (da arbeite ich noch an mir). Gerade unsere alten Spielsachen wurden von den Enkeln meiner Mutter begeistert angenommen. Da hoffe ich, dass ich als späte Mama das vielleicht auch noch erleben darf.

    Die alten Beatles-LPs dürfen auch bleiben, obwohl der Plattenspieler längst aus dem Wohnzimmer ausgezogen ist. Wenn ich die weg gäbe, würde die Scheidung drohen, glaube ich ;-)

    Herzliche Grüße

    Angelika

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  5. Oh ja, so eine Scheune kann ich auch gut gebrauchen..
    denn ich kann ja auch nix wegwerfen.. und wenn ich etwas tylisches sehe das auf dem flohmarkt oder so rumfliegt muss es auch mit.. Hilft ja alles nix..
    aber über das weggeworfene string-regal würde ich mich auch ärgern...
    Meine bessere hälfte hat jetzt mal geld in die hand genommen und mir ein neues gekauft... tja.. ist nur nicht mehr mit vollholzbrettern.. udn das für den preis *seufz*
    Hätt ich ne scheune wär ich vielleicht reich XD
    Dank ebay....
    Ganz viele liebe Grüße!

    Franzy

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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