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E-Book-Reader oder "richtiges" Buch

05 März 2015


Nun besitze ich meinen Tolino auch schon eine ganze Weile. Wisst ihr noch, 2012 habe ich überlegt, ob ich mir einen anschaffen soll [RabenLINK]? Zeit, mal zu nachzudenken, wo eigentlich die Unterschiede liegen zum "richtigen" Buch aus Papier!

  1. Tolino ist leichter und kleiner als ein Buch, man hat nicht so viel zu schleppen, wenn man, wie ich, gerne unterwegs in der Straßenbahn liest.
  2. Ich brauche beim Tolino kein Licht, somit bleibt die Beleuchtung im Wohnzimmer gemütlich, weil ich meine Leselampe nicht anschalten muss. Wenn ich will, kann ich einfach bei Kerzenlicht lesen. Das ist auch praktisch im Wohnwagen, weil wir es da drin immer noch nicht zu vernünftigen Leselampen gebracht haben, die den anderen nicht blenden. Und im Bett. Da durfte ich früher überhaupt nicht lesen, weil mein armer Rabenmann sich dann immer leicht vorwurfsvoll im Bett herum wälzte, der Schein meiner Nachtischlampe hinderte ihn nämlich angeblich am Einschlafen (Komisch, seinen Mittagsschlaf kann er auch in der Sonne halten! Männer!).
  3. Tolino merkt sich, wo ich gerade gelesen habe. Wenn ich ihn zu klappe, schläft er ein. Wenn ich ihn wieder aufwecke, ist noch dieselbe Seite zu sehen, und weil weniger Zeilen drauf sind als bei einer Buchseite, finde ich die Stelle, wo ich war, auch gleich wieder. Wenn ich will, kann ich einfach mit einem Fingerdruck ein Lesezeichen setzen. Oder auch mehrere. Bei Büchern fallen meine Lesezeichen immer gerne raus. Was meint ihr, wie vieler Lesezeichen ich schon verlustig gegangen bin?
  4. Ich kann auch Stellen markieren. Bei Büchern ist das schwieriger, man braucht einen Stift, und wenn man die Notizen nicht mehr benötigt, muss man radieren.
  5. Bei Büchern kann ich besser nachschlagen, mal eben zurück blättern, wie jemand heißt, zum Beispiel. Manchmal lese ich gerne den Schluss zuerst. Das Blättern dahin geht bei Büchern schneller und einfacher. Klar, es gibt bei Tolino die Funktion "Gehe zu Seite...", aber weil oft viel Werbung für neue Bücher dran gehängt wird und diese Seiten immer mit dazu zählen, muss ich dann lange herum klicken, bis ich wirklich auf der letzten Seite des Buches lande.
  6. Ich kann beim Tolino sowohl die Schriftgröße als auch die Schrift selber verändern. Das ist praktisch, wenn ich im Bett lese, weil ich dort nur ungern meine Brille aufsetze.
  7. Echte Bücher finde ich einfach schöner. Sie haben hübsche Bildchen auf dem Umschlag, manchmal besonders attraktive Überschriften, und mein Tolino kann kein bunt, was ein erheblicher Nachteil ist, wenn man mal ein Einrichtungsbuch angucken will. Ich liebe auch die Haptik von Büchern, das Umblättern, wie sich die Seiten und der Umschlag anfühlen. Ich mag auch den Geruch.
  8. Bei wirklichen Büchern kann ich besser abschätzen, wieviel ich noch vor mir habe. Ob ich vielleicht in einer Stunde damit fertig werde und deswegen jetzt noch nicht zu Bett gehe. Oder ob ich mir den Rest vielleicht doch lieber für morgen aufhebe. Na ja, Tolino sagt mir natürlich auch, wie viele Seiten ich noch vor mir habe. Aber das ist irgendwie nicht dasselbe. Schon deswegen, weil die "echten" Buchseiten, die der Tolino zählt, nicht den Tolino-Seiten entsprechen. Es ist aber eigentlich ein ähnlicher Unterschied wie der zwischen einer analogen Zeigeruhr und einer digitalen Uhr.
  9. Beim Tolino kann man immer mehrere Bücher dabei haben. Viele sogar. Noch mehr, wenn man die Cloud mitzählt. Das ist ein großer Vorteil, wenn man ihn mit auf die Reise nimmt! Jetzt brauchen wir im Urlaub für mich keinen Bücher-Wäschekorb mehr. Obwohl man die E-Books auf dem Tolino inzwischen in verschiedenen Ordnern sortieren kann, finde ich im "richtigen" Bücherregal  doch schneller das, was ich suche. Vielleicht habe ich auf dem Tolino aber auch nur noch nicht die richtige Ordnung für mich gefunden.
  10. Vorausgesetzt, ich hab einen Internetanschluss, kann ich Bücher jederzeit von daheim aus oder unterwegs ausleihen (wenn ich einen gültigen Büchereiausweis mein Eigen nenne). Wann und wo ich will. Der Nachteil der Onleihe ist, dass ich nicht vor einem vollen Bücherregal stehe. Es wird immer nur eine gewisse Auswahl gezeigt. Ich kann allerdings nach einem bestimmten Buch oder nach Stichworten suchen. Da ich aber meistens nicht genau weiß, was ich eigentlich will, nützt mir das nicht wirklich etwas. Ich kann auch nicht einfach mal herum blättern (oder den Schluss anlesen ).
  11. Der Ankauf von E-Books geht problemlos über's Netz. Man hat jederzeit und überall Zugriff auf Buchläden. Richtige Bücher, auch deutschsprachige, kann man im Urlaub zwar auch kaufen. Allerdings sind sie meistens recht teuer, und wirklich Auswahl hat man dabei nicht.
  12. Die Auswahl an E-Books ist leider immer noch beschränkt. Es gibt keineswegs jedes Buch auch als E-Book. Schon gar nicht in der Onleihe, weil die Verlage das nicht zulassen. Siehe hier: [LINK].

Für mich haben sowohl "echte" Bücher als auch E-Books ihre Berechtigung. Ich mag beides. Damals haben wir uns für den Tolino entschieden, weil wir uns nicht von einem gewissen Online-Buchladen abhängig machen und auch E-Books in der Bücherei ausleihen wollten. Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass dieser gewisse Online-Buchhändler (zur Zeit noch?) mehr E-Books im Programm hat als die anderen Buchläden. Wir haben uns deswegen unlängst noch ein Tablet zugelegt, der Kindle- und EPUB-Bücher kann.  Nun sind wir also literaturmäßig wirklich für alles gerüstet!


Kommentare :

  1. Liebe Ursel,

    Du fasst ganz genau das zusammen, was mir auch durch den Kopf geht. Ich habe mir zu Weihnachten den K***le Paperwhite schenken lassen und schätze all die Vorteile, die du auch aufzählst, inklusive der wahrscheinlich größeren Auswahl an Büchern. Aber obgleich E-Books etwas günstiger sind, hat man dabei natürlich nicht mehr die Optionen "Gebraucht kaufen/Verkaufen". Schlussendlich ist es für mich etwas teurer. Mit dem Ausleihen habe ich es nämlich nicht so, sollte mich vielleicht mal damit beschäftigen.

    Die fehlende Farbe und Haptik vor allem des Umschlags ist für mich auch ein großes Manko. Und dann alles das, was du unter Punkt 7 beschreibst! Wo ich doch auch so gern in Buchläden stöbere, die Cover anschaue, Bücher in die Hand nehme und auch sehr gerne mal ein nettes Gespräch mit der Buchhändlerin oder anderen Kunden führe, die man in einer Dorfbuchhandlung oft auch persönlich kennt. Durch unsere schöne Internet-Welt geht gerade das zunehmend verloren, was ich sehr bedaure. Ich hoffe deshalb sehr, dass "meine" Buchhandlung sich trotzdem noch lange halten kann. Deshalb wird es bei mir weiter parallel beides geben.

    Herzliche Grüße, Angelika

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  2. Würde Amazon (denn ich habe einen Kindle) es endlich auf die Reihe bringen (Wobei.. eigentlich können die ja nix daür.. das ängt ja mit der Buchpreisbindung zusammen und so), mir, sobald ich ein Buch (so eins mit echten Seiten) kaufe mir auch gleich das e-Book zuzusenden, dann wäre ich der totale Fan von E-Books..

    momentan ärgere ich mich immer,w enn ich so viel geld für ein digitales Buch ausgebe, wo ich doch auch ein schönes, echtes im regal stehen haben könnte für nur einen Euro mehr oder so..
    mal abwarten.. vielleicht geht mein Wunsch ja noch in Erfüllung :)

    Ganz viele liebe Grüße

    Franzy

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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