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Frühlingsgedicht von Hugo (von Hoffmanstal)

10 März 2015

Die Rabenfrau: Schneeglöckchen und Frühlingsgedicht von Hugo von HoffmanstalVorfrühling

Es läuft der Frühlingswind
Durch kahle Alleen,
Seltsame Dinge sind
In seinem Wehn.

Er hat sich gewiegt,
Wo Weinen war,
Und hat sich geschmiegt
In zerrüttetes Haar.

Er schüttelte nieder
Akazienblüten
Und kühlte die Glieder,
Die atmend glühten.

Lippen im Lachen
Hat er berührt,
Die weichen und wachen
Fluren durchspürt.

Er glitt durch die Flöte
Als schluchzender Schrei,
An dämmernder Röte
Flog er vorbei.

Er flog mit Schweigen
Durch flüsternde Zimmer
Und löschte im Neigen
Der Ampel Schimmer.

Es läuft der Frühlingswind
Durch kahle Alleen,
Seltsame Dinge sind
In seinem Wehn.

Durch die glatten
Kahlen Alleen
Treibt sein Wehn
Blasse Schatten.

Und den Duft,
Den er gebracht,
Von wo er gekommen
Seit gestern Nacht.

                                     Hugo von Hofmannsthal (1874-1929)

Nun, Akazienblüten haben wir leider nicht, aber dieses herrliche Frühlingswetter herrscht dafür nicht erst seit gestern, sondern schon ein paar Tage. So kann ich es gut aushalten! Wir haben am Wochenende und gestern ordentlich im Garten gearbeitet. Der Rabenmann hat in aller Ruhe meditativ die Bäume geschnitten und meinereine hat in den Beeten gewühlt. Eine Rose habe ich umgepflanzt, das war eine ordentliche Aktion, denn sie wurzelte irgendwo in Neuseeland. Bin gespannt, ob sie am neuen Standort gedeiht. Mit Rosen ist es in unserem Garten immer so eine Sache. Wir leben an einem der 7 Berge der Rabenstadt, und wenn man eine halbe Schaufel in die Tiefe buddelt, stößt man zwangsläufig auf den Kalkstein desselben. Manchmal schaffen es die Rosen, sich da durch zu wurzeln, manchmal leider auch nicht. So ist es leider immer ein Glücksspiel. Drückt mir die Daumen!

Oben seht ihr Schneeglöckchen aus unserem Garten. Wir haben immer noch nicht genug davon, um ein kleines Sträußchen zu pflücken, aber inzwischen blühen sie immerhin schon an mehreren Stellen im Garten, dank der Ameisen, die brav die Samen verteilen.

Auch heute herrscht wieder schönes Wetter, aber ich habe leider den Rest der Woche keine Zeit mehr für meinen Garten, weil ich nachmittags in der Bücherei bin. Vermaledeite Nachmittags-Arbeitszeit! Ich hätte gerne einen Arbeitsplatz, wo ich abwechselnd vormittags und nachmittags arbeite. Aber was nicht ist, ist halt nicht. Und die Arbeit selber gefällt mir ja auch sehr gut.

 Gehabt euch wohl!

Kommentare :

  1. Liebe Ursel, wie schön, dass du schon im Garten sein konntest! Ich kämpfe immer noch mit der Grippe, aber es geht aufwärts. Schneeglöckchen haben wir auch - ich freue mich immer am meisten über die ersten Frühlingsblumen. Endlich wieder Farbe
    Immer nachmittags zu arbeiten, finde ich auch nicht ideal. Für mich als Mutter eines schulpflichtigen Sohnes wäre das extrem ungünstig, obwohl ich einem 15jährigen nicht mehr dauernd bei den Hausaufgaben helfen muss. Aber er findet es ganz gut, wenn ich nachmittags da bin, glaube ich. Wenn ich an manchen Tagen nicht da bin, ist das aber auch okay für ihn. Ich arbeite etwas unregelmäßig in Teilzeit und dann noch unterschiedlich lange, das ist auch nicht ideal. Selbst der Friseurtermin muss da gelegentlich verschoben werden, weil ich nicht so lange im voraus weiß, wie ich arbeite.

    In der Bücherei zu arbeiten, stelle ich mir sehr schön vor.

    Trotzdem noch eine gute Woche!

    Angelika

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  2. Ja, man könnte förmlich platzen vor lauter Frühlingsgefühlen! In Poesie schwelgen, mit den Armen bis zu den Ellenbogen in der Erde wühlen und den Duft von frischer Krume einatmen - ach, für mich könnte es immer Frühling sein! Vielleicht hast Du ja ein Fenster in der Bibliothek und kannst die warmen Sonnenstrahlen genießen?!
    Liebe Grüße
    Antje

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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