page Rabenzeit - das Blog der Rabenfrau: Was'n so saaacht...

Was'n so saaacht...

08 September 2015

Als ich als Fischkopp so vor vielen Jahren hier im Ländle an kam, hatte ich leichte Schwierigkeiten, die Menschen hier zu verstehen. Auch die "Eingeborenen" wussten nicht immer, was ich wollte. Wenn ich von solchen Dingen sprach, wie zum Beispiel:

Die Rabenfrau aus Bremen: Schippe und Uhle
ccBySa 3.0
 Schippe [DudenLINK] und Uhle
 (Kehrbesen und Kehrblech sagt man hierzulande. Viel zu umständlich!)


Die Rabenfrau aus Bremen: Feudel
ccBySa 3.0
Feudel [DudenLINK]
(Einen Wischlappen kann man für den Tisch nehmen, finde ich. Hier heißt das aber "Putzlumpen", glaube ich.)


Die Rabenfrau aus Bremen: Bleifeder
cc0 (Public Domain)
Bleifeder
Das hat mein Vater zu Bleistiften immer gesagt. Nun kultiviere ich das Wort und benutze es manchmal selber!

Die Rabenfrau aus Bremen: Tortenheber
ccBySa 3.0

Tortenheber
Wie man sieht, ist das kein starker Mann, der Gebäckstücke stemmt!


Die Rabenfrau aus Bremen: Tufeln
cc0 (Public Domain)
Tufeln 
manchmal auch "Tuffeln". Die Dinger, die immer im Flur herum liegen.

Die Rabenfrau aus Bremen: Tüdeln
cc0 (Public Domain)

Da wird etwas angetüdelt
Man kann sich selber auch durchaus einen  antüdeln, und zwar ordentlich. Besonders gut geht natürlich das mit stärkeren, alkoholischen Getränken, und dann ist man duhn... Oder man tüdelt auch herum (das heißt dann soviel wie herum wurschteln, ohne dass viel dabei heraus kommt).

Die Rabenfrau aus Bremen: Schnacken
cc0 (Public Domain)

Schnacken [DudenLINK]
tun die Herrschaften auf dem Bild oben! Unsere Freunde und wir tun das auch immer, besonders auch nach einem Treffen, beim Aufbruch im Flur. "Flurtalk" haben wir das getauft.


Ich besitze ein Buch mit ganz vielen solcher Bremer Schnacks drin. Meine Mutter hat es mir mal geschenkt, und ich halte es hoch in Ehren, weil ich doch so weit weg von meiner alten Heimat lebe. Tagenbaren ("gezogen und geboren") bin ich allerdings nicht. So darf man sich nämlich offiziell nur bezeichnen, wenn beide Eltern- und Großelternteile in Bremen aufgezogen und geboren sind. Und soweit ich weiß, kommt mein einer Opa ursprünglich aus Husum. Trotzdem bleibe ich innen drin ein Kind dieser Stadt, obwohl ich hier im Süden längst heimisch geworden bin! Nordisch bei Nature halt...
Verfasser: Walter A. Kreye/Volker Ernsting
Titel: Was'n in Bremen so sacht
(un wo ein fein auf hören muss)

Ein lustiger Mini-Sprachführer über das Bremische "Hochdeutsch mit Klunkern". Das Buch ist leider schon so alt (von 1973), dass man es nur noch gebraucht bekommt.

Mit diesem Beitrag beteilige ich mich wieder an Traude Rostroses Aktion 

[LINK]

Kommentare :

  1. Liebe Ursel,
    vielen Dank fürs Beteiligen an der Lachfaltenrettung! Also Schippe häte ich auch gekannt, Uhle nicht. Heißt bei uns: Beserl und Schauferl. Feudel hab ich ebenfalls schon mal gehört oder gelesen. Wir Ösis haben's ja relativ leicht, weil wir viel "Deutsches" im Fernsehen oder in Büchern und Zeitschriften mitkriegen. Bei uns heißt das Putzfetzen. Die nächsten beiden heißen bei uns einfach Bleistift oder Blei und Tortenschaufel. Tuf(f)eln kommt vermutlich von Pantoffeln? Bei uns heißen die Schlapfen. Antüdeln ist wohl anbinden? Und wenn's ums Trinken geht, heißt das bei uns Andudeln. Und danach ist man Dulijööö oder Dulijeee. Schnacken ist Tratschen oder Plaudern... Gab's dabei Wörter, die du kanntest oder welche, die du noch nie gehört hast? Würde mich interessieren...
    Ganz herzliche und liebe Rostrosengrüße,
    Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2015/09/irland-reisebericht-welcome-to.html
    ჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓჱܓ

    AntwortenLöschen
  2. Ich kenne die typisch schwäbischen Kehrwochenutensilien nicht als 'Kehrbesen und Kehrblech' sondern als 'Kehrwisch und Schaufl'. Der 'Putzlumpen' ist aber eindeutig richtig....
    Grüßle Bellana

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Beliebte Posts