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Choose to be happy

19 Januar 2016

Nic [LINK] hat neulich in ihrem Blog einen interessanten Beitrag über das Glück geschrieben und dazu ist mir auch noch etwas eingefallen. Man kann selber daran arbeiten, meint sie. Man liest es ja auch immer wieder in Zeitschriften und diversen Ratgebern, und ein altes Sprichwort sagt es auch schon:



Chemisch wird Glücksgefühl hervorgerufen durch verschiedene Stoffe wie Oxytoxin, Dopamin, Serotonin im Körper, die das Gehirn bei verschiedenen Tätigkeiten ausbilden kann. Auch, wenn man sie in hoher Dosierung als Droge einnimmt, kann das Glücksgefühle hervor rufen. Bei Menschen, die eine Depression haben, ist das auch oft sinnvoll. Seltsam nur, dass die künstliche Gabe solcher Stoffe manchmal nicht unbedingt dasselbe bewirkt wie die Stoffe, die der Körper selber bildet. Vermutlich sind da noch andere Zusammenhänge wirksam.

Klar, es gibt natürlich auch einfach Situationen, die einen mit Glück fast überfallen. Zumindest am Anfang kann man eigentlich fast gar nicht anders, als einfach momentan glücklich zu sein: bei einem Lottogewinn vielleicht, oder der Überwindung einer schweren Krankheit, wenn man ein Geschenk erhält, das genau den Geschmack trifft. Zu solchen Situationen hat man gar nichts beigetragen und sich nicht bemüht, sie geschehen einfach und machen einen glücklich, auf jeden Fall schaffen sie ganz gute Voraussetzungen dafür.

Doch auch ohne Glücksdrogen oder Glückstreffer kann doch jeder von uns etwas dafür tun, sich insgesamt glücklicher zu fühlen. Sicher, das wird nicht gleich einen wahnsinnigen Glückstaumel hervorrufen, aber man kann dem Glück doch ein bisschen auf die Sprünge helfen, finde ich. Ich habe mal unsere Altvorderen bemüht, und siehe da: Die haben sogar einiges dazu zu sagen:

Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Erasmus von Rotterdam


Das muss gar nicht zu wild werden. Man sollte einfach mal aus seinem Alltag ausbrechen und aus der Reihe tanzen: zur Abwechslung einen anderen Weg zur Arbeit gehen als sonst immer, etwas in seinen Einkaufskorb legen, was man sonst nie mit nimmt, einen anderen Radiosender einstellen, sich eine neue Frisur gönnen, oder vielleicht mal einen knallroten Lippenstift auflegen (wink-wink Nic)...

Die Stunde füllen - das ist Glück. (Ralph Waldo Emerson) Oder auch: Kommt zu einem schmerzlosen Zustand noch die Abwesenheit der Langeweile, so ist das irdische Glück im wesentlichen erreicht. - Arthur Schopenhauer

Langeweile scheint das Gegenteil von Glück zu sein. Auf jeden Fall bringt es nichts, wenn man einfach in seinem Sessel sitzt und darauf wartet, dass irgendwie die Zeit vergeht.

Dieser Professor mit dem unaussprechlichen Namen  Csikszentmihalyi bezeichnet Glück als Flow. Man empfindet das bei einer Tätigkeit, auf die man sich konzentriert, bei der man ein bisschen denken muss, die einen aber nicht überfordert. Mir geht das so, wenn ich im Garten buddele. Irgendwann komme ich in einen Zustand, in dem ich eigentlich gar nicht mehr denke. Das kann auch geschehen, wenn man einen Pullover strickt, etwas bastelt, malt oder ein interessantes Buch liest.Manche Leute empfinden es, wenn sie heftig Sport treiben und sich bewegen. Auch ein ganz normaler Spaziergang kann Glücksgefühle machen.

Andererseits können einen aber auch manchmal die Gedanken beim Nichtstun einfach davon tragen, bei einem Tagtraum oder einer Meditation, beim Lauschen auf eine Musik oder dem Betrachten eines Bildes. Oder wenn man irgendwo am Strand sitzt und auf das Meer schaut...

Man muss sein Glück teilen, um es zu multiplizieren. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Es scheint wichtig zu sein, dass man jemandem gegenüber laut ausspricht, dass man Glück hat oder glücklich ist. Ob das die eigene Aufmerksamkeit dann auch mehr darauf lenkt, ob man sich dadurch selber daran erinnert, sei mal dahin gestellt. Zudem ist es auch gut, wenn man jemandem tatsächlich real an diesem Glück teilhaben lässt. In diese Richtung weist auch das folgende Zitat:

Glücklicher als der Glücklichste ist, wer andere Menschen glücklich machen kann. (Alexandre, der Jüngere, Dumas)

Wer anderen hilft oder ihnen eine Freude macht, der wird oft mit Glücksgefühlen belohnt. Das meint auch der bekannte Moderator, Zauberkünstler, Kabarettist, Comedian und Schriftsteller Dr. Eckart von Hirschhausen. Er empfielt, einfach hin und wieder auf der Straße kleinere Münzen fallen zu lassen, auch das soll fröhlich machen.

Eine gute Küche ist das Fundament allen Glücks. (George Auguste Escoffier)


Ja, gut essen kann schon ziemlich glücklich machen. Wenn einem ständig der Magen knurrt, ist man im Normalfall vermutlich nicht besonders gut drauf.

Eigentlich meint Escoffier natürlich, dass gutes Essen sorgfältig zubereitet werden muss und aus guten Zutaten bestehen sollte. Schließlich gilt er als Schöpfer der feinen Kochkunst. Andererseits gibt es ja auch Menschen, die das Essen in diesem Schnellrestaurant mit den goldenen Bögen glücklich macht. Jeder nach seiner Facon...

(Aber vielleicht kann man trotzdem langsam lernen, besser zu essen: gesündere Speisen, morgens frühstücken, nicht alles in sich rein schlingen...)

Nichts altert so schnell wie das Glück. (Oscar Wilde)

Will sagen: An das, was man als Glück ansieht, kann man sich schnell gewöhnen. Und dann macht es nicht mehr besonders glücklich, sondern ist einfach ganz normal. Was lernen wir daraus: Bersinnen wir uns immer wieder darauf, was wir erreicht haben.

Ein tiefer Fall führt oft zu hohem Glück. (William Shakespeare)

Klar, man weiß nie, wozu etwas gut ist. Wenn man den Job verliert, ändert man vielleicht sein ganzes Leben und wird Wirt. Oder Maler. Oder Autor. Oder man bekommt nach einer Weile einen, der einem viel besser gefällt.

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit. (Søren Kierkegaard). Denn: Man will nicht nur glücklich sein, sondern glücklicher als die anderen. Und das ist deshalb so schwer, weil wir die anderen für glücklicher halten, als sie sind. (Charles-Louis de Montesquieu)

Dem ist eigentlich nichts hinzuzusetzen!

Menschen zu finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist wohl das schönste Glück auf Erden. (Carl Spitteler) 

Die wenigstens Menschen können nur mit sich selber glücklich sein. Es ist sehr wichtig, eine Art Netzwerk zu haben, in dem man sich aufgehoben und akzeptiert fühlt, eine stabile Partnerbeziehung und/oder Freunde, mit denen man reden und etwas unternehmen kann, Gemeinsamkeit spürt. Für manche Leute reicht dafür vielleicht sogar das Internet mit seinen ganzen oberflächlichen Beziehungen.  Doch scheinen bei den meisten Menschen auch körperliche Berührungen wichtig zu sein, damit man Glück empfindet. Und wenn es "nur" eine professionelle Massage ist. 

Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen. (chinesische Weisheit)


Wenn man sich ein Ziel setzt, und dieses wie ein riesiger Berg vor einem liegt, wird man unzufrieden, hat Angst vor dem Scheitern des Vorhabens und fängt vielleicht gar nicht erst an. Von der Flylady [LINK] habe ich gelernt, in "Babysteps" (Babyschritten) zu denken, das hilft einem nicht nur bei haushälterischen Aufgaben.
 

Eigentlich könnte ich jetzt noch lange so weiter machen, aber ich höre jetzt mal lieber auf. Nur eins noch, und das ist vielleicht mit das Wichtigeste:


So muss man leben: Die kleinen Freuden aufpicken, bis das große Glück kommt. Und wenn es nicht kommt, dann hat man wenigstens die "kleinen Glücke" gehabt. (Theodor Fontane) 


Mir ist es sehr wichtig, die kleinen Glückserlebnisse als solche wahr zu nehmen und nicht einfach als selbstverstänlich anzusehen: Jemanden, der einem Frühstück macht, den Anruf eines Freundes, einen Sitzplatz in der Straßenbahn zu finden, einen Schirm  dabei zu haben, wenn es regnet, eine interessante Zeitschrift im (vielleicht gut gefüllten) Wartezimmer beim Arzt vorzufinden...

Und wenn es sonst nichts gibt:

Die Sonne scheint für dich - deinetwegen - , und wenn sie müde wird, beginnt der Mond, und dann werden die Sterne angezündet. (Søren Kierkegaard)

 

Also, meine Lieben, ich wünsche jedem von euch ein gutes Händchenbeim Glückfinden! Und möget ihr ein bisschen Schwein* (=unverdientes Glück) haben dabei!
 




* Wisst ihr eigentlich, was ein Schwein(chen) mit dem Glück zu tun hat?
Dafür gibt es mehrere Theorien:
  1. Bei Schießwettbewerben, die man im Mittelalter abhielt, gab es für den Verlierer einen Trostpreis: ein Schwein. Der Verlierer hatte es nicht verdient, aber er bekam es trotzdem! Er hatte Schwein!
  2. Im 16. Jhdt. hieß das Ass im Kartenspiel umgangssprachlich  "Sau". Wer diese Karte zieht, hat, wie man weiß, Glück. Er hat Schwein!

Kommentare :

  1. Ein wirklich toller Text. Ich habe ihn mit sehr viel Genuss gelesen und kann zum Glück behaupten, dass ich glücklich bin ;-)))

    Greetings & Love
    Ines

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  2. Hi Ursel,
    ja, Glück is schon so ne Sache! Am liebsten hab ich es auch! ;-)
    Hat man es gerade nicht, hilft kein Kopf-in-den--tecken, sondern nur aktiv sein! Das ist so! Schön, wie Du die Glücks-Story aufbereitet hast!
    Liebe Grüße,
    Moni

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  3. was für ein toller artikel!

    ich mag die zitate sehr und es steckt soviel weisheit drin. besonders... "Ein tiefer Fall führt oft zu hohem Glück. (William Shakespeare)" mag ich. eine niederlage kann man auch als chance betrachten. es ist alles eine frage der persektive.

    liebe grüße
    nic

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  4. Liebe Ursel,

    bei so viel Glück und Glücksezepten tut es mir beinah leid, dass die Aktion Rettet die Lachfalte zu Ende ist. Aber vielleicht wird es ja irgendwann mal ein RDL-Spezial geben im heurigen Jahr, einfach so – dann würde ich mich freuen, wenn du diesen Artikel dort verlinkst! :o))

    Ganz herzliche rostrosige Grüße

    Traude

    http://rostrose.blogspot.co.at/2016/01/neues-ubers-lipodem-und-mein.html#comment-form

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  5. Ein wohltuend intelligenter Beitrag zu diesem Thema, damit kann ich was anfangen! Ich werde mir das Ganze ausdrucken und immer mal wieder zu Gemüte führen. In mancher Hinsicht bin ich auf einem ganz guten Weg, wie mir scheint. Na, immerhin!
    Das wunderbare Kirkegaard-Zitat werde ich bestimmt in einer meiner Glückwunschkarte verwenden.
    Danke für die Mühe, die du dir gemacht hast - und für das entzückende Schweinchen- Bild ;-)

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  6. Hallo Ursel,

    danke für diesen schönen Beitrag. Es sind so viele kleine Antsösse dabei, die klar machen, das man glücklich sein auch ein große Stück weit selbst in der Hand hat.

    Liebe Grüße
    Sandra

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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