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Blaumachen

23 Februar 2016

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Wir hatten es ja letzte Woche mit dem Blaumachen. Aber woher kommt dieser Ausdruck eigentlich? Dazu gibt es mehrere Meinungen:

Vom Fastenmontag

Angeblich ist der Ausdruck ein  Überbleibsel aus der alten Zeit, als es noch üblich war, regelmäßig wegen seines Glaubens zu fasten. Anscheinend war ein Montag, der auf die Fastenzeit folgte, für die Handwerker arbeitsfrei. Später wurde das auf die übrigen Montage ausgedehnt, und so bürgerte es sich langsam ein, dass Montags irgendwie nur mit halber Kraft geschafft wurde. Während der Fastenzeit wurden die Kirchen mit blauen Tüchern geschmückt, und das hätte sich dann auf die Sprache übertragen.

Vom jiddischen belo („ohne“)

Im Rotwelchen ist aus "belo" lo oder lau geworden (schlimm, auch: nichts). Die verstärkte Form ist welo, welau (sehr schlecht, gar nichts). Das wurde dann in die Umgangssprache übernommen mit "blau machen".

Von den Färbern

Und so hörten wir es vor Jahren mal in einem Freilichtmuseum: Die blaue Farbe von Stoffen mit Hilfe der Waid-Pflanze entsteht durch Reduktion in der Färbelauge und anschließende Oxidation in der Luft, was anscheinend besonders gut mit Urin und Alkohol funktioniert. Letzteren hat man früher nicht einfach dazu gegossen, sondern über den Umweg über den Körper des Färbers der Lauge beigegeben, der, nach dem Genuss einer gehörigen Menge Alkohols, in den Bottich gepinkelt hat. Dieser "Umweg" hat angeblich sogar die Färbung noch intensiviert. Und anscheinend tat man dieses immer nur am Montag. So machten die Färber am Montag also im doppelten Sinne blau: Die Stoffe und sich selber. Da sie dabei wohl nicht viel anderes tun konnten, als Alkohol trinken und ab und zu den Bottich umrühren, übertrug sich das Blaumachen auf einen Tag, an dem fast nichts gearbeitet wurde.

Nun könnt ihr es euch aussuchen...




Kommentare :

  1. Liebe Ursel,
    Blaumachen ... kam mir gleich Schule schwänzen in den Kopf ;0)

    Hinterlasse liebe Grüße, Moni

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  2. Hallo, ich stamme aus dem Mühlviertel in Österreich und in meiner Gegend gibt es eine Färberei. Ich kenne die Geschichte so, dass der Stoff ins Farberwaidbad kommt, die Färber dazupinkeln, dann wird der Stoff im Bad bewegt und anschließend gelbgrün, auf die Leine gehängt, damit er an der Luft, durch die Einwirkung von Sauerstoff, langsam die blaue Farbe bekommt. Während dieser Phase hatten die Färber nichts zu tun und machten Pause im Gasthaus, deswegen - Blaumachen!

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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