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Barbarazweige

04 Dezember 2016

barbarazweige
FOTO: PEZIBEAR   via pixabay

Barbarazweige


Am Barbaratage holt’ ich
Drei Zweiglein vom Kirschenbaum,
Die setzt’ ich in eine Schale,
Drei Wünsche sprach ich im Traum:

Der erste, daß einer mich werbe,
Der zweite, daß er noch jung,
Der dritte, daß er auch habe
Des Geldes wohl genung.

Weihnachten vor der Mette
Zwei Stöcklein nur blühten zur Frist: –
Ich weiß einen armen Gesellen,
Den nähm’ ich, wie er ist.

Martin Greif (1839-1911)


Die Heilige Barbara

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Im römischen Generalkalender steht die Heilige Barbara seit dem 2. Vatikanischen Konzil nicht mehr drin, nur noch im Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet.
Sie soll im 4. Jhdt. in Nikomedien (Izmir, Türkei) gelebt haben. Selbstverständlich war sie sehr schön und außerdem klug. Ihr Vater Dioskuros, ein reicher Kaufmann, soll sie sehr geliebt haben. Man kann es sich aussuchen, ob er ihren Turm gebaut hat, damit sie ein eigenes Haus hatte, oder ob er sie während seiner Reisen eifersüchtig darin eingeschlossen hat. Jedenfalls soll sie irgendwann zum Christentum übergetreten sein, in ihren Turm ein drittes Fenster als Sinnbild der Dreifaltigkeit einbauen lassen und sich einer reichen Heirat verweigert haben. Ihr Vater hat ihr daraufhin so gezürnt, dass er sie der Christenverfolgung ausliefern ließ. Sie wurde eingekerkert und schrecklichen Folterungen unterworfen, ließ sich aber nicht von ihrem Glauben abbringen. Ihr Vater hat sie schließlich angeblich wutentbrannt selbst enthauptet, woraufhin er auf dem Heimweg  vom Blitz erschlagen worden sein soll.
Barbara gehört zu den 14 Nothelfern, sie gilt vir allem als Patronin der Architekten und aller Arten Bauarbeitern (wegen des Turmes und des 3. Fensters), sie soll gegen plötzlichen Tod und andere Schrecknisse wirken und weil sie sich auf der Flucht vor ihrem Vater angeblich in Felsen versteckt hat, gilt sie auch als Heilige für Bergarbeiter und gleich auch noch für  Hüttenarbeiter, Steinhauer und Geologen. 

Aber das ist längst nicht alles, Barbara ist als Schutzpatronin sehr vielseitig. Wem sie noch alles helfen soll, kann man bei Kathpedia nachlesen, hier: [LINK].
Was hat es nun mit den Barbarazweigen auf sich? Auf ihrem Weg in den Kerker soll Barbara zufällig mit ihrem Gewand einen verdorten Zweig von einem Kirschbaum abgerissen haben. Sie hat ihn dann mit genommen und in ihren Wasserkrug gestellt. Manche sagen auch, sie habe ihn mit ihren Tränen begossen. Jedenfalls soll der Zweig wunderbarerweise Knospen getrieben haben und genau an ihrem Todestage am 4. Dezember erblüht sein.

Aus diesem Grunde stellt man ihr zu Ehren am 4. Dezember Zweige von Obstbäumen in eine Vase und hofft, dass sie bis Weihnachten zur Blüte kommen. Inzwischen knüpfen sich allerhand Orakel daran: Oft werden sie mit Namensschildchen versehen, und sollen dann  im folgenden Jahr demjenigen besonderes Glück bringen, wenn sie erblühen. In manchen Gegenden will man an ihnen das Wetter im nächsten Jahr erkennen. Aber vor allem dienen die Zweige als Liebesorakel, wie im Gedicht oben. Sollte gar keiner der Zweige blühen, galt das arme Mädel früher als unkeusch.

Wer sein Glück mit Barbarazweigen versuchen will, hier gibt es eine Anleitung, wie das am besten funktioniert [LINK]

Schönen 2. Advent!

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Ursel


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