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Multitasking

11 Januar 2017

multitasking

Multitasking (menschliches): die Fähigkeit eines Menschen, mehrere Tätigkeiten zur gleichen Zeit oder abwechselnd in kurzen Zeitabschnitten durchzuführen. Das kann man bei Wikipedia nachlesen [LINK].

Wer kann, der kann


Julius Caesar (100 v. Chr. - 44 v. Chr.) konnte angeblich gleichzeitig ein Gespräch führen und dabei etwas anderes aufschreiben. Doch das war gar nichts gegen  Harry Kane (1895–1955), dem man ein "multifunktikonales Gehirn" nachsagte. Bei seinen Auftritten in Varietés staunten die Menschen in Australien, England und Amerika über seine Fähigkeiten. Er konnte simultan mit beiden Händen und beiden Füßen schreiben, sogar in beliebiger Richtung, wahlweise vorwärts, rückwärts, von oben nach unten oder von unten nach oben, spiegelverkehrt ging natürlich auch, manchmal mit allen Gliedern anders herum, wenn er gut drauf war, sogar noch mit dem Mund, und alles ohne Fehler in Schönschrift. Wenn er den Mund frei hatte, hat er oft den Text vorgelesen, den er gerade schrieb, oder auch einen Artikel aus der Zeitung. Manchmal löste er beim Schreiben nebenher auch noch Rechenaufgaben. An guten Tagen konnte er 6 anspruchsvolle geistige Tätigkeiten gleichzeitig ausführen. Es sei alles eine Frage der Übung, meinte er.

Können wir vielleicht alle?


Dank Computer, Smartphone, Twitter und Co. scheint es so, als könnten wir alle heutzutage  viele Dinge gleichzeitig und sogleich erledigen, dabei kann dann ruhig auch noch der Fernseher laufen, und/oder das Radio. Wenn wir uns nach der Arbeit im Fitnesscenter austoben, kann man ja vielleicht nebenher auch noch eine Sprache lernen oder wenigstens ein Hörbuch anhören. Beim Autofahren lauschen wir dem Navi (unseres heißt "die Lady", weil es mit so eleganter Stimme zu uns spricht) und stellen vielleicht im Radio noch einen anderen Sender ein, Brummifahrer können angeblich beim Autofahren Zeitung lesen oder sich sogar die Fußnägel schneiden.

Bei Computern funktioniert Multitasking ja auch einwandfrei, so kann die Zeit, die wir dazu brauchen, eine Taste zu drücken, vom Rechner schon für andere Dinge genützt werden (im schlechtesten Fall auch von fremden Leuten zwecks Verbreitung von Schad-Software). Bei uns Menschen klappt das leider nicht so gut. Wie der Computer auch, arbeitet es nämlich in Wirklichkeit nicht gleichzeitig an den Aufgaben, sondern springt mit der Aufmerksamkeit hin und her. Tatsächlich werden wir dabei meistens langsamer und machen mehr Fehler, als wenn wir eins nach dem anderen erledigen. Arbeitspsychologen in den USA haben gemessen, dass dabei von einer Arbeitsstunde tatsächlich nur eine halbe übrig bleibt, in der effezient gearbeitet wird.

Es kann sogar gefährlich werden, wenn man sein Gehirn multifunktional benutzt, zum Beispiel beim Autofahren, wo sich die Konzentration schon durch ein Gespräch meistens messbar abschwächt, dazu ist nicht einmal ein Handy nötig, das hat man bei Tests heraus gefunden, bei denen Autofahrer gleichzeitig fahren und Fragen beantworten mussten. Wie Harry Kane kann man so ein Talent aber vielleicht tatsächlich trainieren, denn bei diesem Test konnte man bei 5 von 200 Fahrern keine Veränderung feststellen, sie konnten tatsächlich gleichzeitig ein Gespräch führen und sicher weiter fahren. 

Übrigens ist es nicht wahr, das Frauen beim Multitasking besser sind. Bei Tests in Schweden stellte sich sogar heraus, dass Männer oft geringfügig besser  abschnitten, und zwar aufgrund des besseren, räumlichen Vorstellungsvermögens (vorhanden vielleicht durch Erziehung, denn es kann ganz gut trainiert werden), das bei Frauen im Laufe des Zyklus Schwankungen unterliegt.

Auf jeden Fall ist es aber anstrengend, sich auf diese Weise zu betätigen. Kanes Auftritte dauerten denn auch nur jeweils 10 Minuten. Es scheint zudem so zu sein, dass unser Gehirn bei all der Gleichzeitigkeit die Fähigkeit verliert, sich auf einzelne Dinge, z. B. ein Buch, zu konzentrieren. Manche Wissenschaftler glauben, dass wir einen großen Inovationsschub erleben würden, wenn die Menschen aufhören würden, ihr Denken so zu zerteilen.

Was lernen wir daraus?

Es ist nicht altmodisch und zeitraubend, die Dinge eins nach dem anderen zu erledigen. Im Gegenteil, oft wird Zeit dabei gespart und wir machen deutlich weniger Fehler (auch in der richtigen Zeit unserers Zyklus!). Es ist häufig sicherer, wenn man sich auf eine einzige Sache konzentriert, man ist nicht so in Hektik und hinterher nicht so erschöpft.

Nieder mit dem Multitasking!
Das findet


PS:  @GABI: Dann nehmen wir uns den Satz deiner Freundin mal zu Herzen! Sie hat Recht.

@HELGA: Danke für dein Lob! 

@MARGRET: Genau, jetzt ist doch erstmal Winter.

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Grüßle
Ursel


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