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Gelesen: Magic Cleaning, von Marie Kondō (Rezension)

26 Januar 2017


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Titel: Magic Cleaning
Autor: Marie  Kondō
ISBN: 3499624818
Inhalt:... Kaum jemandem macht es Spaß, aufzuräumen und sich von Dingen zu trennen. Die meisten von uns haben einfach nie gelernt, wirklich Ordnung zu halten. Denn auch beim Aufräumen gibt es den berühmten Jo-Jo-Effekt. Doch mit Marie Kondos bahnbrechender Methode, die auf wenigen simplen Grundsätzen beruht und dabei höchst effektiv ist, wird die Beschäftigung mit dem Gerümpel des Alltags schon mal zu einem Fest. Und die Auswirkungen, die «Magic Cleaning» tatsächlich auf unser Denken und unsere Persönlichkeit hat, sind noch viel erstaunlicher. Der Generalangriff auf das alltägliche Chaos macht uns zu selbstbewussten, zufriedenen, ausgeglichenen Menschen. (Klappentext)

Rabenmeinung: So ganz frisch ist das Werk ja nun nicht mehr, ich habe schon seit einiger Zeit mal vorgehabt, die Aufräumbibel von Marie Kondō zu lesen. Meine Berliner Freundin und ich haben es uns nun, ganz unabhängig von einander, letzte Woche gekauft. Aber während meine Freundin so wie Tausende anderer Leute auch, total begeistert ist, bin ich, ehrlich gesagt, ein bisschen enttäuscht, obwohl ich mir durchaus den einen oder anderen Tipp angeeignet habe. Nun habe ich allerdings auch schon einen ganzen Haufen von Anleitungsbüchern für den Haushalt gelesen. In der Tat besitze ich sogar ein ganzes Regal voll von solchen Hausfrauenbüchern, ganz altmodische (Hach! Ich liebe sie! Diese Anleitungen, wo man mittels Zahnbürste und Haarnadel die Ritzen in den Fußbodendielen entstaubt, oder wie man höchst perselblich ein Federbett reinigt! Herrlich!) und auch neuere, wie das Meister-Propper-Putzbuch oder "Wer putzt, ist selber schuld" von Thea und Thorsten Conrad, und natürlich die "Sink-Reflections" der Flylady.
So ist mir nun auch in der neuesten Cleaning-Bibel nicht alles völlig neu, auch Frau  Kondō ist es leider nicht gelungen, das Rad ganz neu zu erfinden. Aber das ist ja eigentlich auch ganz klar. Auch mit noch so vielen Haushaltstipps: Der Haushalt und das Aufräumen tun sich keineswegs von alleine, tun muss man immer noch selber, wenn man sich keine Haushaltshilfe leisten kann oder will.

Aber den einen oder anderen Tipp habe ich für mich schon übernommen.

  • Behalten, was einen glücklich macht. Jeder muss selbst herausfinden, was er braucht.
  • Möglichst viele Sachen so zusammenlegen, dass sie "stehend" in Schubladen oder Kästen aufbewahrt werden können. Ich finde das sehr schön übersichtlich.
  • Jedes Ding braucht seinen Ort (eigentlich nicht neu, das hat schon meine Oma gesagt! Aber wichtig!)
  • Wenn man Dinge achtsam behandelt, halten sie länger.
  • Ausmisten nach Kathegorien ist eigentlich eine gute Idee, aber vielleicht sollte man sich doch dabei Zimmer für Zimmer durcharbeiten, sonst wird es zu chaotisch. So habe ich mit meinen Kleidern begonnen, aber keineswegs auch die Wintermäntel und die Mützen und Halstücher aus dem Flurschrank mit auf den Haufen geworfen. Die kamen, genau wie die Schubladen für Unterwäsche und Socken, einfach später dran. Soooo viele Klamotten, dass ich nicht mehr weiß, wo noch überall welche liegen können, besitze ich schließlich auch nicht. Auf diese Weise behielt ich einfach den Überblick über die Sachen. So kann man dann ja auch die Bücher Zimmer für Zimmer aussortieren, erst die im Wohnzimmer, dann die im Schlafzimmer, die im Gästezimmer, die Kochbücher...

Was ich persönlich nicht so gut fand:

  • diesen esotherischen Ansatz, den Dingen Gefühle zuzuweisen, angeblich "wollen" sie uns dienen, Socken können sich nicht entspannen, wenn man sie nicht richtig zusammen legt...
  • dass Frau Kondo den Ansatz mit dem Wegschmeißen einfach auch auf Papiere überträgt. Es gibt nämlich durchaus Aufbewahrungsfristen für Rechnungen, Steuerunterlagen, Garantiescheine und offizielle Briefe, die man lieber beachten sollte. So muss man zum Beispiel Lohnzettel so lange aufbewahren, bis die Rente bewilligt und die erste ausgezahlt wurde.
  • Entspannungsmusik beim Aufräumen hilft mir absolut nicht, ich mag fetzigen Sound dabei.
  • viele Wiederholungen und Selbstbeweihräucherungen, das Buch hätte um Einiges gestrafft werden können.
  • Ich lebe gerne mit Büchern und muss meine nicht um 2/3 dezimieren und den Rest im Schrank verstauen.
  • Ich finde es praktisch, Dinge dort aufzubewahren, wo sie gebraucht werden, und würde Duschgel und Co. nie nach dem Duschen jedesmal aus dem Bad sonstwohin räumen.
  • Im Kostümchen aufräumen? Nö!
  • Dass Frau Kondō als kleines Kind lieber aufgeräumt hat, als zu spielen, ist eher traurig. Auch finde ich es nicht gut, dass das Aufräumen irgendwie ihr Hauptlebensinhalt zu sein scheint.
Im Großen und Ganzen finde ich das Buch ganz gut, auch wenn ich einiges zu Meckern fand. Aber man muss ja nicht alles 1:1 übernehmen, sondern lässt einfach weg, was einem nicht gefällt oder macht einfach einiges anders. Schließlich sind wir selber groß! Ob man es unbedingt haben muss? Nö. Einiges kennt man schon aus anderen Büchern, und viele Anleitungen dazu gibt es ja schon im Internet.

Ich vergebe trotzdem

(3 Sterne)

Wie ich selber nach der KonMari-Methode aufräume, könnt ihr demnächst hier im Blog nachlesen.
 

Kommentare :

  1. Hallo Ursel,ja, so alte Haushaltsbücher liebe ich auch.Habe noch eins in dem beschrieben wird wie man einen Kohleofen "entrusst" und den Fussboden mit so einem schweren Block bohnert.Haben wir es nicht eigentlich gut?So etwas bleibt uns erspart.Ich habe das Buch nicht gelesen,aber ich würde mein Duschgel auch nicht in einem anderen Raum aufbewahren.Dann steh ich nämlich unter der Dusche und habe es vergessen.Warum uns diese Putz-und Aufräumaktionen wohl jedes Jahr im Januar überfallen???Wenn ich dann so lese merke ich ,daß ich vieles schon so erledige.Und die Autoren tun so als ob sie das Rad neu erfinden.Hoffentlich sind unsere Socken glücklich mit der Art wie ich sie aufbewahre.Beschwert hat sich noch keiner bei mir.
    viele Grüße von Margret

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  2. Ich habe das Buch auch gelesen und schließe mich vollinhaltlich dem an, was Du im Bereich "Was ich persönlich nicht so gut fand" geschrieben hast. Im Buch werden einige Dinge nicht beachtet wie die Aufbewahrungsfristen z.B., was sich später rächen könnte. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum man nur glücklich sein kann, wenn man alles gnadenlos entrümpelt. Ich könnte mich nie von meinen Büchern oder meiner Garten- und Wohnzeitschriftensammlung trennen - zumindest jetzt nicht, vielleicht denke ich in 10 Jahren anders darüber, aber dann ist es immer noch Zeit genug, sie wegzugeben. Ich muss gestehen, ich habe das Buch zum Schluss widerwillig gelesen, es jedoch wie alle anderen, bis zum Ende gelesen. Es war übrigens das 1. Buch, welches keinen Platz im vollen Regal fand - ich habe es verkauft, weil ich weiß, dass ich es niiiiiiie mehr lesen möchte.
    So - und nun gehts in die Küche - mir fehlt noch ein Schrank, der aufgeräumt werden möchte.
    In diesem Sinne - ein schönes Wochenende :)
    Liebe Grüße
    Tina

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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