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Fastenzeit früher und heute

07 März 2017



Fasten

(Heute) 

 
Fasten
FOTO: YJSJ       CC0      via pixabay

Wie sieht es aus? Fastet ihr auch? "7 Wochen ohne" heißt die Fastenzeit für die Kirchen und sie begann am 1. März, also gleich nach Aschermittwoch. Heute ist es uns nicht mehr vorgeschrieben, auf was man in dieser Zeit verzichten soll. Viele Leute machen jetzt einen Bogen um die Süßigkeits-Schublade, haben nur gesunde Sachen im Kühlschrank, manche essen gleich erstmal gar nichts (Eine Freundin von mir behauptet, sie hätte auf diese Weise schon mehrere Kilos abgenommen), wir haben uns zum Beispiel vorgenommen, bis Karfreitag keinen Alkohol zu trinken (d. h. in der Woche auf das Bier zum Abendbrot zu verzichten), manche Menschen probieren aus, wie es sich als Vegetarier lebt, andere verzichten auf's Autofahren und steigen für 7 Wochen auf Öffis um.

Ihr seht, das ist sehr unterschiedlich. Das "offizielle" Motto heißt dieses Jahr "7 Wochen ohne sofort" und soll einen dazu bringen, sich einmal aus der allgemeinen Erledigungshektik auszuklinken und sich die Zeit zu nehmen, die Aufgaben bewusst und eine nach der anderen zu erfüllen, Zeit zu lassen für Freunde und Familie. Ist ja eigentlich auch eine gute Sache, oder?


Fasten

(Früher)

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GEMÄLDE: PIETER BRUEGHEL DER ÄLTERE, Ausschnitt ( 1525/1530-1569)

Fastenzeiten gibt es schon ziemlich lange, sie sind in allen Religionen verbreitet. Bei uns im Christentum wurde früher sehr auf die Einhaltung der Fastenzeiten geachtet. Über 130 Fastentage, verteilt über das Jahr, waren bis nach dem 1. Weltkrieg in der katholischen Kirche vorgeschrieben. Es gab sehr genaue Anleitungen, was man sich zu Gemüte führen durfte und was nicht. 590 hatte Papst Gregor I. verfügt, dass man kein Fleisch oder Fett von warmblütigen Tieren essen durfte, Eier und Milchprodukte waren bis in die Biedermeierzeit auch verboten.

Jedoch waren die Menschen beim Erfinden von Fleischersatz recht einfallsreich, es gab Fisch-Würste, und -suppen und -sülzen. Und so manche findige Auslegung der strengen Gebote mutet heutzutage sehr seltsam an: Fischotter, Schildkröten oder Biber, Enten und Gänse, ja sogar Fischreiher und Kormorane wurden gegessen. Schließlich leben diese Tiere am oder im Wasser, waren also, wie man fand, fast schon selber Fische und wurden kurzerhand als „erlaubt“ deklariert. 

Hin und wieder hat man wohl auch schon mal eine Herde Wildschweine in den Fischteich getrieben, oder Hühner im Brunnen ersäuft, um sie hinterher zu Fischen erklären zu können. Manchmal wurde Fleisch auch einfach in Pasteten versteckt. Unsere hiesigen Maultaschen, erfunden dermaleinst im Kloster Maulbronn, die auch als tradtionelle Fastenspeise galten, bestehen aus eine Fleischfülle im Nudelteig, "Herrgottsbscheißerle" halt. Oder Wildfleisch wurde püriert, in Fischform angerichtet und somit selber zum Fisch.

Starkbier mit einem Alkoholgehalt von 6,5 % und mehr vertrieb in den Klöstern den Hunger, denn "Flüssiges bricht Fasten nicht!" und sogar Schokolade war erlaubt, nachdem 1569 Papst Pius V. das neue, damals noch nicht gesüßte und sahnige Getränk probiert hatte.


 Fasten

(Rezept) 
 
Falls ihr "in echt" fastet, dann habe ich euch hier zwei Fastenrezepte aus einem Kochbuch von 1782! 

Rezepte für Biber

Es dürfte heutzutage allerdings etwas schwierig sein, sich einen Biber zu beschaffen. Nachdem die Biber früher als Speisen so beliebt waren, sind sie dermaleinst fast ausgerottet worden. Heute stehen sie unter Naturschutz!




1 Kommentar :

  1. Liebe Ursel,
    nein, wir fasten nicht. Aber ich bin durchaus in der Lage, mal längere Zeit ohne etwas Bestimmtes auszukommen, das einem sonst völlig normal erscheint. So habe ich seit Ende Januar versucht, ohne Zucker, ohne Weizen und ohne Kuhmilchprodukte auszukommen. Okay, nicht ganz sklavisch, das nur in der ersten Woche. Aber es geht, wenn man nur will. Und es fühlt sich gut an.
    Deinen lieben Kommentar habe ich eben mit meinem Post verschwinden lassen müssen, ich hatte den Beitrag zu früh rausgehauen, der soll doch erst am Freitag erscheinen.
    LG Karen

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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