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Gedicht zum Sonntag: Das Häslein (Ringelnatz)

09 April 2017

Ja, ich weiß, ganz ist es ja noch nicht so weit... Aber dieses Häschengedicht ist ja auch noch nicht richtig österlich:


 http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/4/3-ringelnatz-hase.jpg

Das Häslein

Unterm Schirme, tief im Tann,
hab ich heut gelegen,
durch die schweren Zweige rann
reicher Sommerregen.

Plötzlich rauscht das nasse Gras -
stille! Nicht gemuckt! -:
Mir zur Seite duckt
sich ein junger Has -

Dummes Häschen,
bist du blind?
Hat dein Näschen
keinen Wind?

Doch das Häschen, unbewegt,
nutzt, was ihm beschieden,
Ohren, weit zurückgelegt,
Miene, schlau zufrieden.

Ohne Atem lieg ich fast,
lass die Mücken sitzen;
still besieht mein kleiner Gast
meine Stiefelspitzen ...

Um uns beide - tropf - tropf - tropf -
traut eintönig Rauschen ...
Auf dem Schirmdach - klopf - klopf - klopf ...
Und wir lauschen ... lauschen ...

Wunderwürzig kommt der Duft
durch den Wald geflogen;
Häschen schnuppert in die Luft,
fühlt sich fortgezogen;

Schiebt gemächlich seitwärts, macht
Männchen aller Ecken ...
Herzlich hab ich aufgelacht -:
Ei, der wilde Schrecken!

                          Christian Morgenstern (1871-1914)

Na, alle Eier gefärbt? 
Macht es euch schöööööön!

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Grüßle
Ursel


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