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The shape of my body

19 Juli 2017

The Shape of my Body
BILD: ISOBELYF   via pixabay
Vor ein paar Jahren haben Grafikerinnen aus 18 verschiedenen Ländern aus dem vorgegebenen Foto einer Frau mittels Photoshop ihr persönliches Schönheitsideal kreiiert. Dabei kam heraus, dass die Schönheitsideale je nach Herkunftsland sehr verschieden sind. Hier in einem Stern-Artikel kann man das nachlesen und auch Bilder des verschönerten (?) Models sehen: [LINK]

Diese Ideale sind nicht statisch, sondern haben sich im Wandel der Zeit verändert. Wer schätzt es heute als Frau denn tatsächlich noch, eine Rubens-Figur zu haben? Wie es aussieht, waren Schönheitsideale zu allen Zeiten kaum zu verwirklichen und meistens den Reichen vorbehalten. Der angesagten Schönheitsnorm zu entsprechen, ist immer schon teuer gewesen und nie für alle Frauen zu erreichen und erforderte einen großen Aufwand, Unbequemlichkeiten und oft Schmerzen. Man denke nur an die schrecklichen "Lotusfüße" der Chinesinnen im 19. Jhdt. [LINK]!

Ich weiß das sehr wohl und versuche, mich davon unabhängig zu machen. Aber trotzdem kriege ich häufig einen Schreck, wenn ich ein Foto von mir sehe, bei dem ich mich nicht "in Positur" gestellt habe, oder wenn ich plötzlich mein Spiegelbild in einer Schaufensterscheibe entdecke. Das passiert sogar, wenn ich mich daheim im Spiegel vorher eigentlich ganz annehmbar fand. Ich habe ein falsches Selbstbild von mir, in das wohl immer noch mein Taillenumfang von anno dunnemals mit hinein spielt. Wenn ich dann unverhofft mit der Wirklichkeit konfrontiert werde, erschrecke ich und finde mich hässlich. Wir Frauen sind selber unsere schärfsten Kritiker! Zufriedenheit mit sich selber und seinem Aussehen sind schwer zu erlangen.

Höchstens 10% aller Frauen mögen ihr Aussehen, habe ich neulich gelesen. Ein Frauenkörper ist anscheinend grundsätzlich nicht schön, so wie er von Natur aus ist, sondern er muss irgendwie "optimiert" werden, sprich, frau sollte dünner, sportlicher, blonder sein, einen dickeren/dünneren Busen haben, normalerweise ist der Po nicht knackig genug und die Beine zu kurz, die Nase dafür zu lang, die Augen sehen sowieso aus wie Schweinsäuglein, die Haare haben sowieso die falsche Farbe und wachsen anders als frau will.

Schon in der Grundschule finden sich inzwischen die meisten kleinen Mädchen zu dick, diskutieren darüber, wie sie das ändern können, und ob sie sich nicht vielleicht die Nase operieren lassen sollten. Unendlich viele Frauen sind eigentlich pernanent  "auf Diät". Manche Frauen hungern sich gar deswegen zu Tode, ohne dass sie ihrem Schönheitsideal irgendwie näher kommen. 

Und das geht nicht nur uns normalen Frauen so, sondern auch Models und Schauspielerinnen, die eigentlich doch als besonders schön gelten. Sogar bei Bildern von wirklich schönen Frauen muss meist mit Photoshop nachgearbeitet werden, weil sie von Natur aus nicht schön genug sind, ganz zu schweigen davon, dass sie beim Fotografiertwerden den kaum vorhandenen Bauch eingezogen haben und vorher stundenlang geschminkt wurden.

Ich beobachtete einmal die Vorbereitungen für Modefotos in einem Restaurant. Das Schminken des Models hatte bereits begonnen und dauerte noch die ganze Zeit, während wir uns auf der Speisekarte etwas Leckeres aussuchten, es bestellten, das Bestellte gebracht wurde, wir gemütlich speisten und sogar noch einen Kaffee tranken hinterher. Als wir bezahlten und gingen, war die Dame  immer noch nicht fertig...

Ganz sicher werden die fertigen Bilder hinterher noch weiter mit Photoshop "optimiert".

Und diesen Kunstfiguren sollen wir nun alle nacheifern! Das ist doch bescheuert, oder? Menno! Wer zwingt und denn eigentlich dazu, so auszusehen wie Heidi Klum und Konsorten? Was das an Energie kostet! Gewöhnen wir uns einfach daran, dass es uns in dick und dünn und "normalgewichtig" gibt, mit großen und kleinen Brüsten, dickem und dünnem Hintern, mit und ohne Taille, in 190 cm und in 150 cm Länge, mit langen und kurzen Nasen und Beinen, großen und kleinen Augen. Wir haben doch auch nicht alle die selbe Schuhgröße!
Machen wir das Beste aus unserem Typ! Wir können auch mit einem Bauchumfang von mehr als 95 cm (Hach! Als ich schwanger war, lag ich bloß 5 cm darüber, und was fand ich mich fett damals...) gut aussehen. Auch, wenn es nicht so einfach ist und ich mich immer wieder selber torpediere: Ich habe  mir vorgenommen, nicht erfolglos den Models nachzueifern, ich muss nicht jungen, sportlichen Mädels von 17 Jahren Konkurrenz machen, sondern ich will mich annehmen, so, wie ich bin, einfach aussehen wie eine schöne, 64jährige, leicht bebauchte




halt ab und zu unausgeschlafen, oder auch mit Bad-Hair-Day...

Kommentare :

  1. Liebe Ursel,
    gerne habe ich Deinen post gelesen. Alles was Du schreibst ist mir auch durch den Kopf gegangen , Du hast die richtigen Worte gefunden. Leider ist es so wie Du schreibst, man ist nie zufrieden mit seinem Aussehen,seien es die Haare , Nase, Figur ec. Inzwischen bin ich von dieser ewigen Unzufriedenheit abgekommen , nehme die paar Pfunde zuviel in Kauf, dass die Haare dünner werden ist der Lauf der Zeit, hauptsache gesund. Man stresst sich nur selbst. Ganz liebe Grüße von Carmen

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  2. Liebe Ursel,
    Du hast ja so recht! Es fällt uns schwer, uns selbst zu mögen...Am schrecklichsten finde ich mich, wenn ich mich selber mit schlaffer Haltung sehe, wie ein Flitzebogen mit Hängeschultern und was sonst noch so hängt.
    Wie gut tut es dann, wenn mein Mann zu mir sagt: Du siehst so gut aus :-) Da nehme ich dann gleich Haltung an.
    Liebe Grüße
    Karen

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  3. Liebe Ursel,du hast in allem Recht.Ich glaube wir können noch zufrieden sein.Wenn ich manche junge ,dicke Frau sehe in diesen engen Leggings.Total unvorteilhaft.Dann bin ich mit meiner Figur sehr zufrieden.Ich weiss ja woher sie kommt.Es schmeckt immer lecker.
    Gruss Margret

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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