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Aus der Hexenküche: Magie der Küchenkräuter Teil 1

22 August 2017

Aus der Hexenküche - über die merkwürdigen Eigenschaften der Küchenkräuter



Ihr Lieben, wie es aussieht, haben viele von euch eine kleine (geheime?) Vorliebe für ein bisschen Magie und Aberglauben . Und mir ist unlängst mal aufgefallen, dass unsere ganz normalen Küchenkräuter altem (Aber-)Glauben nach viele magische Eigenschaften besitzen sollen. So habe ich mal eine Liste gemacht und hoffe, dass ihr es vielleicht auch ganz interessant findet, was unsere Vorfahren den Kräutern alles zugetraut haben. 

Da staunt die Köchin und wundert sich, dass sie immer noch keinen Sechser im Lotto hatte, obwohl doch an ihrem Küchenfenster fast immer ein Basilikum steht

Nebenbei sollen die meisten Kräuter auch noch von Vorteil für die Gesundheit sein und medizinische Eigenschaften besitzen.

Es gibt viele Küchenkräuter, und deswegen kommt die Liste in drei Teilen an drei auf einander folgenden Tagen. Hier kommt die erste:

Küchenkräuter mit seltsamen Eigenschaften Teil 1

A + B



http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/8/1-%20achtung.jpgNatürlich übernehme ich keine Verantwortung für magische oder medizinische Wirkungen, die Verwendung in der Küche ist verständlicherweise auch Geschmackssache. Und ich empfehle auch, dass man sich immer gut überlegen sollte, was man in seinen Körper hinein tut! Allergiker und emfindliche Leute sollten sowieso vorsichtig sein! Wo mir Einzelwarnungen aufgefallen sind, könnt ihr sie jeweils am Ende der Info sehen.

Andorn (Marrubium vulgare)

Andorn

verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blüten und die zarten Sprossspitzen, im Herbst kann man auch die Wurzel ausgraben

 magisch: Schutz, Steigerung der geistigen Kräfte, für Sympathie-Zauber
  • Räucherungen, zerstoßene Samen als Amulett im Säckchen, Kräuterbüschel mit Blüten kopfüber im Haus aufhängen
medizinisch: gegen Appetitlosigkeit, Kreislaufschwäche, Verdauungsbeschwerden, Gallenbeschwerden und bei Erkrankungen der Bronchen, Hautexemen, Ohrenleiden, Bluthochdruck,
  • Sirup aus den frischen grünen Blättern von Andorn und Zucker, Tee, Tinktur, Weinauszug, Umschläge oder Waschungen mit verdünnter Tinktur

    Hier gibt es ein paar Rezepte: [LINK]
Küche: wegen des bitteren Geschmacks findet Andorn in der Küche kaum Verwendung, nur in kleinen Mengen zum Salat, für Kräuterliköre
  • getrocknetes Kraut.

    Hier findet ihr ein Rezept für Andornsirup zum Aromatisieren von Süßspeisen: [LINK]

 

Anis (Pimpinella anisum): 

Anis  

verwendete Pflanzenteile: Samen im Spätsommer

magisch: bringt Liebe, stärkt die Wahrnehmung und verschafft innere Klarheit, auch gut für Geldzauber, Schutz vor Alpträumen, Ängsten und negativen Energien, als Aphrodisiakum
  • Räucherungen, Säckchen, Tee, in Spirituosen

medizinisch: gegen Husten, Magen-Darm-Beschwerden
  • Samen als Tee, Öl (auch in Salben) für reizende Einreibungen, Tinktur, in Wein
    Hier gibt es ein Rezept für Andorn-Wein [LINK]

Küche: vor allem in Brot und Backwaren, Spirituosen und Likören
  • Samen, eventuell zerstoßen

    Hier findet ihr viele Rezepte mit Anis: [LINK], hier auch: [LINK]

http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/8/1-%20achtung.jpgDas Bundesinstitut für Risikobewertung empfielt, Anis nicht dauerhaft und in Mengen aufzunehmen, da es Estragol enthält. Estragol soll cancerogen und erbgutverändernd wirken.


 


Bärlauch  (Allium ursinum): 

http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/8/1-baerlauch.jpg

verwendete Pflanzenteile: Blätter, Zwiebeln, Blüten, ernten oder kaufen März bis April

magisch: hat Schutzwirkung, vertreibt Hexen, Vampire und  wehrt Schlangen ab, stärkt die Lebensenergie
  • einfach in der Küche verwenden (Magische Hexensuppe, besonders zu Walpurgis, Rezept hier: [LINK]).
medizinisch: gegen Blähungen und andere Verdauungsstörungen, auch zur Senkung des Blutdrucks und gegen Arteriosklerose. Bärlauch soll allgemein das Immunsystem stärken.
  • pur, in Wein, Milch oder Wasser gekocht, in Essig oder Alkohol eingelegt, als Tinktur, die Zwiebel als Pressaft, selten als Salbe
Küche: für Dipps, Kräuterbutter, Pesto, Suppen, Saucen, Salate, Kartoffeln, Fisch.
  • Eigentlich wie Knoblauch: besser frische Blätter verwenden, getrocknet verlieren sie sehr an Aroma. Man sollte Bärlauch auch immer frisch unter fertig gekochte Speisen mischen, durch das Kochen verliert sich der Geschmackebenfalls. Die Blüten kann man als Deko verwenden.

    Hier gibt es viele Rezepte mit Bärlauch: [LINK]
    und hier mein Rezept für Kohlrabi mit Bärlauchsoße [RabenLINK]


Basilikum (Ocimum basilicum): 

http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/8/1-basilikum.jpg

verwendete Pflanzenteile: Blätter vor der Blüte, aber auch Blüten und Samen, seltener das ganze Kraut

magisch: bringt Wohlstand, fördert Harmonie, Liebe, Schutz.
  • für Geldzauber im Mörser zerstampft, sonst als Tee oder Säckchen
medizinisch: gegen Blähungen, Appetitlosigkeit, Völlegefühl, gegen Würmer, Basilikum wirkt entzündungshemmend und wird manchmal als Profilaxe gegen Magengeschwüre eingesetzt.


http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/8/1-%20achtung.jpgDas Bundesinstitut für Risikobewertung empfielt, Basilikum nicht dauerhaft und in Mengen aufzunehmen, da es Estragol enthält. Estragol soll cancerogen und erbgutverändernd wirken.


 Küche: mediterane Küche, Fleischkonserven, Pesto und Pizza, neuerdings die Samen in Getränken
  • frische Blätter, getrocknet verlieren sie das Aroma

    Sicher kennt ihr ja Caprese (Tomatenscheiben mit Mozarella und Basilikum, Dressing aus 2/3 Olivenöl und 1/3 Aceto balsamico, gewürzt mit Kräutersalz und etwas Senf)? Hier gibt es noch mehr Bärlauch-Rezepte: [LINK]



 Beifuss (Artemisia vulgaris):

http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/8/1-beifuss.jpg

verwendete Pflanzenteile: Wurzelstock und Blätter 

magische Wirkung: Wanderer, die Beifuß bei sich tragen, sollen nie müde werden.  Die getrocknete Wurzel als Amulett soll Kraft geben. Soll gegen Hexerei und üble Träume wirken, und, mit den Spitzen am Dachfirst angenagelt, gegen Seuchen, wilde Tiere und Blitze. Als Tee zur Reinigung magischer Gerätschaften

  •  Säckchen, getrocknetes Kräutersträuße, getrocknete Wurzel, Kräuterkissen

medizinisch: gegen Frauenleiden und Verdauungsbeschwerden, wirkt leicht antimykotisch und antibakteriell, gegen Hämorrhoiden und "schwere Beine", Rheumatismus,  Nervosität und Schlafstörungen
  • Ölauszug,  Tee, Kräuterkissen, Fußbad. Medizinisch kann man zusätzlich die zerkleinerten, dünnen Stängel verwenden, außerdem die im Herbst geerntete Wurzel
Küche: vorteilhaft bei fetten Fleischgerichten, aber auch für Suppen, Fisch, Käse und Pilzgerichte, Saucen
  • Blütenrispen und zarte Blätter, getrocknet

    Ich gestehe, ich bin kein Fan von Beifuß. Aber hier gibt es Rezepte: [LINK]

http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/8/1-%20achtung.jpgNicht bei Fieber und Früh-Schwangerschaft einsetzen. Bei manchen Menschen kann der Beifuß allergische Reaktionen oder Asthma-Anfälle auslösen. Besonders sensible Menschen empfinden den Beifuß als sehr intensiv und können ihn nur selten und in kleinsten Mengen anwenden. 


Bibernelle (Pimpinella saxifraga, Pimpinella major)

http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/8/1-bibernelle.jpg

verwendete Pflanzenteile: Wurzel
magisch: Frauen sollen nicht schwanger werden, wenn sie eine Wurzel bei sich tragen (würde ich mich lieber nicht drauf verlassen!), Verwendung in Liebes- und Partnerschaftszaubern.
  • Wurzel im Herbst
medizinisch: gegen Husten und Asthma, Kehlkopf- und Rachenentzündungen, Heiserkeit, Herzbeschwerden, Verdauungsschwäche, Gicht, Hautausschläge und Ekzeme, fördert den Milchfluss, früher gegen Pest und Cholera, homöopathisch gegen Nasenbluten, Kopfschmerzen, Ohrgeräuschen, Bronchitis und bei Magen- Darmstörungen, bei schlecht heilenden Wunden.
  • Wurzel im Mai getrocknet als Tee, Kaltauszug, auch für Waschungen
Küche: schmeckt leicht bitter, für Salate, Suppen, Saucen, Fischgerichte, Eierspeisen und Kräuterbutter
  • frische Blätter

    Hier hat es ein Rezept für französische Kräuterbutter mit Bibernelle [LINK]

Bohnenkraut (Satureja hortensis)

 http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/8/1-bohnenkraut.jpg

verwendete Teile: Blätter
magische Wirkung: verleiht einen klaren Blick auf die Welt, schärft den Verstand, auch als Liebeskraut und Aphrodisiakum, bringt Glück
  • Tee, Umschläge, Tinktur, Wein
medizinisch:  gegen Verdauungsbeschwerden wie Blähungen und Bauchkrämpfe, Durchfall, Husten, unreine Haut, wirkt antibakteriell, eventuell auch gegen Erkrankungen durch Schimmelpilze, im Mittelalter auch gegen Kopfschmerzen und Schlafbeschwerden.
  • getrocknet als Tee, Tinktur, auch für Umschläge und Gurgelflüssigkeiten
Küche: besonders für Bohnengerichte aber auch andere Gemüse, ansonsten für Füllungen, Suppen, Omelettes und Salate, Dipps, Kräuterbutter
  • kann frisch und getrocknet verwendet werden, sparsam benutzen, da sehr intensiver Geschmack

    Hier gibt es Rezepte mit Bohnenkraut als Zutat: [LINK]

Borretsch (Borago offizinalis)

http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/8/1-borretsch.jpg

verwendete Teile: junge Blätte, Blüten 

magisch: Stärkung des Mutes, Wecken der Lebensgeister 
  • Tee, Kräutersträußchen, Säckchen, Tinktur
medizinisch: gegen Fieber, Verschleimung der Atemwege, Durchfall, Entzündungen, Ekzeme
  • Tee, Tinktur, Umschläge, Öl aus den Samen

Küche: eingelegte Gurken, Salat, Suppen, Saucen, Dekoration von Süßspeisen und Salaten mit den Blüten, Kräuterschnaps
  • frisches Kraut, Blüten

    Hier gibt es das Rezept für Frankfurter Grüne Soße mit Borretsch: [LINK], und hier das Rezept für mallorquinischen Kräuterlikör Hierbas, in den man auch Borretsch geben kann: [LINK]


http://rabenseiten.de/blog/blogger%2017/8/1-%20achtung.jpgLt. Bundesinstituts für Risikobewertung enthalten die Blätter Alkaloide, die cancerogen und genotoxisch wirken! Man sollte Borretsch nur selten konsumieren. Auch von medizinischer Verwendung der Blätter wird abgeraten. Die Blüten enthalten diese Alkaloide nicht, also besser nur diese verwenden.


Dieses war der erste Teil, und der zweite folgt sogleich
(morgen)

Kommentare :

  1. *gggg* Ich weiß schon warum ich Anis nicht mag! ♥nic

    AntwortenLöschen
  2. Das ist ein sehr interessantes Thema. Bei einer Fortbildung über pflanzliche Drogen habe ich die Wirkungen von unzähligen Kräutern kennengelernt. Das war äußerst lehrreich und auch praktisch, denn so kann man manches Zipperlein mit Naturheilmitteln behandeln. Die magische Wirkung war mir noch nicht bewusst, daher freue ich mich, mehr darüber zu erfahren!
    Lieben Gruß
    Gabi

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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