page Rabenzeit - das Blog der Rabenfrau: auseinander gedriftet

auseinander gedriftet

04 Juni 2009

Jede von uns kennt das vermutlich: Auf seinem Lebensweg lässt man so manche Freundschaft nach und nach hinter sich, bis der Kontakt schließlich ganz und gar einschläft. Meine beste Freundin in der Kinderzeit ist so ein Fall: Angelika. Unzertrennlich waren wir damals. Als wir schließlich auf verschiedene Schulen kamen, lebten wir uns nach und nach auseinander, andere Freundinnen wurden wichtiger, bis wir schließlich jahrelang gar nichts mehr von einander hörten. Dass sie dann schon als junge Frau gestorben ist, und ihre Eltern ihr Kind aufgezogen haben, bekam ich erst Jahre später mit.

Lebenslange Freundschaften, wie sie meine Mutter und ihre Freundin Inge verbindet, die viel zusammen erlebt und durchgemacht haben, sind selten geworden in unserer Zeit. Die meisten von uns haben nur noch "Lebensabschnitts"-Freunde: Man hat Freunde in der Schule, beim Studium, im Beruf, nach Umzügen in eine andere Stadt, als junge Eheleute, als Eltern, dann vielleicht als Geschiedene, später vielleicht im Altersheim nochmal andere. Klar, man kann nicht den Kontakt zu allen halten, man hat ja andere Erlebnisse, andere Dinge, die einem wichtig sind. Aber schade ist es doch irgendwie, wenn man gar nicht mehr weiß, wo Menschen, die man einmal gut gekannt hat, abgeblieben sind, oder?

So weiß ich nicht, was aus Ute mit dem Pudel geworden ist, was Bärbel jetzt macht, wohin es Emily aus Brasilien getrieben hat, wie es Christine und Manuela, den anderen "Mädchen von Frau Sommerburg" aus dem Hinterhaus des alten Hauses am Magnitor in BS jetzt geht, was Roswitha und Inge jetzt wohl tun (über die Dramatik, mit der unsere Freundschaft damals endete, bin ich lange nicht hinweg gekommen), schon lange habe ich keinen Kontakt mehr zu Ulli, die doch damals nach dem Abi mit Astrid und mir an der Ostsee war...


1 Kommentar :

  1. Vor ein paar Jahren habe ich versucht, mich mit einigen Mädels aus Kinder- Und Schultagen in Verbindung zu setzten. Teilweise ist es mir gelungen, aber ich bin mir keineswegs sicher, ob es klug war, denn wir hatten einander nicht wirklich noch etwas zu sagen. Klar war es interessant zu erfahren, was das Leben für sie gebracht hat, aber im Endeffekt war es das dann auch. Wir haben nicht darüber gesprochen, aber ich bin mir sicher, dass es den anderen auch so ergangen ist: Zu viel Zeit, zu viel eigenes Leben und Erleben steht zwischen uns. Wir haben eine kurze Zeit noch einige Mails hin und her geschickt und dann war alles wieder vorbei. Und ein kleines bisschen hat die goldene Jugend von ihrem Glanz verloren. Manche Dinge sollte man besser ruhen lassen und nur in schönen Erinnerungen schwelgen.

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Ich freue mich über jede Nachricht von euch!
Grüßle
Ursel


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